3 mit Sex - «Sein Penis war so gross wie mein Unterarm»
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3 mit Sex«Sein Penis war so gross wie mein Unterarm»

Ella hatte Sex mit einem sehr gut bestückten und sehr klischeehaft männlichen Typen – und was jetzt? Sie schämt sich.

von
Ella
Zora Schaad
Meret Steiger
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Ella hat ein Date mit Marco: Der hat grosse Muskeln, ein mittelgrosses Hirn – und einen riesigen Penis.

Ella hat ein Date mit Marco: Der hat grosse Muskeln, ein mittelgrosses Hirn – und einen riesigen Penis.

Illu: Anna Deér
Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Ella hat ein Date mit einem typischen Macho.

  • Marco hat aber nicht nur Muskeln und einen schönen BMW, sondern auch eine grosse Überraschung für Ella.

  • Marcos Penis ist riesig – und stimuliert genau die richtigen Punkte.

  • Ella hinterfragt sich, was es über sie aussagt, wenn sie Männer wie Marco sexuell anziehend findet.

Ihr Zuckersüssen, ich hatte letztens Sex, alles ganz normal, eigentlich: Swipen – matchen – vö**ln. Doch der Abend mit Marco geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin (ausnahmsweise, hooray) nicht verknallt, weil Marco ist null mein Typ, aber der Sex mit ihm, Shiiiit. Marco ist so, wie ich eigentlich nicht will, dass Männer sind. Bestimmend. Total von sich überzeugt. Grosse Muskeln, grosser Penis und Hirngrösse mittel. Frauen betrachtet er als irgendeine Mischung aus Dekoration, Wichsvorlage, Mama und schützenwertes Huscheli. In a nutshell: Würden mich Lars und Bruce mit Marco sehen, ich würde vor Scham im Boden versinken. Aber wie gesagt: So guten Sex wie mit Marco hatte ich in diesem Jahrzehnt noch nie. Und ich befürchte, das hängt alles ein bisschen zusammen.

Marco holte mich mit seinem Auto ab. Als ich zur Tür rauskam, lehnte er an der Karre, Füsse überschlagen, Arme verschränkt, seine Muskeln sprengten fast die Ärmel seines weissen Shirts. Er sah mich an, von oben bis unten, auf Höhe meiner Brüste verharrte sein Blick spürbar länger und ich schwöre, er pfiff durch die Zähne. Ich rollte innerlich mit den Augen, aber zwang mich, mir nichts anmerken zu lassen. Auf dem einen Bild auf Tinder trug Marco Arbeitskleidung, man sah, dass er in einer Werkstatt arbeitete, er hielt einen Schraubschlüssel oder irgendwas in der Hand und auf seinen Unterarmen glänzten ein paar schwarze Ölflecken. Allein wegen diesem Bild hatte ich Marco treffen wollen. Ich war definitiv nicht mit ihm verabredet, um im Kunsthaus Runden zu drehen oder über strukturellen Rassismus zu diskutieren.

«Seine Worte kamen von einem anderen Planeten, einem verdammt männlichen Planeten»

«Nimm Platz, Lady», sagte er, und knallte die Tür hinter mir zu. «Na, wie findest du mein Baby?», fragte er. «Also mein zweites Baby», meinte er dann und zwinkerte mir zu. «Ein BMW M4» Er tätschelte das Armaturenbrett und schaute erwartungsvoll zu mir rüber. Wahrscheinlich sollte ich klatschen. Oder kreischen. «Wirklich sehr hübsch», sagte ich, und schaute auf seine Hände am Lenkrad, sie waren leicht behaart und die Sehnen standen hervor. Mir lief das Wasser im Mund zusammen.

«.... Sportcoupé mit polierten Felgen, tiefergelegtes Fahrwerk, dann dieser Spoiler. Und hör mal den Sound, wie der knallt beim Runterschalten!» Ich murmelte irgendwas Zustimmendes, ich verstand nichts und es interessierte mich null, aber Shit, es machte mich heiss, gerade weil seine Worte aus einer absolut anderen Welt kamen, ach was, von einem anderen Planeten, einem verdammt männlichen Planeten. Bald hatte ich Marcos Hand auf meinem Oberschenkel, mit seinem Daumen fuhr er an der Innenseite meiner Beine hoch und runter, bis unter den Saum meines Frühlingskleides.

«Passt dieses Ding anatomisch überhaupt in mich?»

Er fuhr mich zu sich nach Hause, wir flogen fast die Treppen hoch, seine Hand unter meinem Po, ich glaub, er hat mich die ganzen drei Stöcke raufgetragen. Diese Kraft! Bevor ich zweimal geblinzelt hatte, lag ich auf dem Rücken in seinem Bett und nestelte an den Knöpfen meines Kleides, während er vor mir stand und zuerst sein Shirt und dann seine Hose auszog. Seine Brust war sehr ansehnlich, spärlich behaart, nicht tätowiert und wie erwartet ziemlich trainiert, aber was unter der Gürtellinie zum Vorschein kam, sprengte alles. Sein Penis war riesig und ich kann nicht ausschliessen, dass dieses Mal ich idiotisch durch die Zähne gepfiffen habe.

Ich suchte in meinem Kopf nach einem Vergleich, während ich gleichzeitig überlegte, ob sein Ding anatomisch überhaupt in mich passte. Was sagte das eigentlich über mich aus, dass ich so sexually attracted war von einem Typ, der jedes Porno-Macho-Klischee erfüllte? Sein absurd grosser Penis setzte seinem Auftritt irgendwie noch die Krone auf. Ein Stück Fleisch, so gross wie mein Unterarm, der Gipfel meiner anti-feministischen Anwandlungen.

«Er war klar der Chef im Bett – und ich fand das super»

Ich kürz jetzt etwas ab, kann ja sein, dass hier auch Kinder mitlesen (Kinder: Nicht lesen! Kauft euch ein Glacé, geht auf mich!). Jedenfalls: Sein Penis passte und stimulierte mit seiner Grösse in jeder Stellung mühelos meinen G-Punkt, meinen A-Punkt (jaja, gibts, wusste ich lange auch nicht) und sonst noch ein paar Punkte – und das war ziemlich geil. Marco nahm mich, anders kann man es nicht nennen, auf verschiedene Arten und ziemlich lange. Er packte zu, hielt mich an Armen und an den Haaren, war wild und bestimmend, aber er tat nichts, was ich nicht auch wollte. Er war klar der Chef im Bett – und ich fand das super.

Später fuhr Marco mich heim, ich lief erschöpft die Treppe rauf, mein Unterleib spannte, aber nicht auf eine schlechte Art. Bruce lachte mich aus, als ich am Küchentisch von Marco erzählte, während Lars eine detaillierte Beschreibung verlangte beziehungsweise am liebsten ein Dickpic. Sie versprachen mir, mein kleines Abenteuer nicht rumzuerzählen, und ich lachte mit ihnen, bis ich mich irgendwann in mein Zimmer verzog.

Ich hatte ein schlechtes Gewissen. In meiner Bubble tragen die Boyfis in ihren Jutebeuteln Tampons für ihre Freundinnen mit sich, sie überlassen ihnen Lenkrad und Bohrmaschine aber niemals dreckige Socken und machen Genderstern-Pausen beim Sprechen. Ich find das gut. Sechs Tage die Woche predige ich also Gleichstellung und das Aufbrechen alter Rollenmuster – und am siebten Tag lass ich mich heimlich flachlegen von einem Auto tunenden Muskel-Gockel. Liebe Männer, es ist wirklich nicht einfach mit Frauen wie mir. Ich suchen die tampontragende, kultiviert-belesene, animalisch-getriebene, wohlerzogen-abgefreakte Testosteronbombe. Irgendwie zum Verzweifeln. Doch andererseits: meine Liebe zu euch ist gross. Wir finden uns sicher, irgendwo in der Mitte.

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Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Informationen

Lilli.ch, Informationen und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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