Verhaftet, Job weg: Sein «soziales Experiment» mit Corona ging nach hinten los
Aktualisiert

Verhaftet, Job wegSein «soziales Experiment» mit Corona ging nach hinten los

Er behauptete auf Facebook, an Covid-19 erkrankt zu sein. Diese Fake News verbreitete sich fast so schnell wie der Virus, mit dem Michael Lane Brandin sich nicht angesteckt hatte.

von
gux
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Tyler County Sheriff’s Office

Michael Lane Brandin wollte ein «soziales Experiment» wagen – das gab der 23-Jährige aus Tyler County, Texas, jedenfalls gegenüber der Polizei an, als sie ihn wegen Falschalarms und Verbreitung von Fake News Ende verhaftete.

Das sogenannte Experiment des Studenten der Kommunikationswissenschaften bestand darin, dass er Mitte März auf Facebook fälschlicherweise behauptete, positiv auf den Coronavirus getestet worden zu sein. Und dass ihm die Ärzte ihm mitgeteilt hätten, dass dieser Virus nicht nur durch Tröpfchen, sondern in der Luft übertragen werden könnte.

«Ich wollte zeigen, dass man nicht immer alles glauben kann, was man online liest», sagt Brandin der BBC. «Es gab ziemlich viele Reaktionen. Viele Freunde schrieben mir direkt, ihnen sagte ich, dass alles erfunden sei.»

Doch der Schaden war angerichtet, denn der Facebookpost des 23-Jährigen verbreitete sich in den Sozialen Medien wie ein Lauffeuer. Mitte März war ein Lockdown noch kaum Thema, und die Verunsicherung riesig. Immer mehr Leute telefonierten gemäss BBC verängstigt das Spital in Tyler County und wollten wissen, wie sie sich vor dem unsichtbaren Killer in der Luft schützen könnten.

Angeklagt und Job verloren

So erfuhr auch der Sheriff von Tyler County von der Unruhe – und stellte einen Haftbefehl gegen den 23-Jährigen aus. Nach einer Nacht im Gefängnis wurde Brandin gegen eine Kaution von 1000 Dollar freigelassen. «Ich habe einen Abschluss in Kommunikation. Ich wollte beweisen, wie wichtig es ist, dass Leute informiert sind und Dinge selbst nachprüfen, bevor sie alles glauben, was sie lesen oder hören.»

Es wird sich zeigen, ob der Richer diesen Beteuerungen glauben wird. Brandin fühlt sich zumindest schon genug bestraft: «Wegen eines Facebook-Posts habe ich meinen Job verloren und damit meine Krankenvorsorge. Und ich konnte nicht rechtzeitig mit meinem Masterprogramm beginnen, weil ich das Geld nicht hatte. Das alles hat meiner Familie eine riesige finanzielle Bürde aufgehalst, weil sie mir mit den Zahlungen zu helfen versuchen.»

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