Aktualisiert 08.05.2020 12:50

3 mit Sex

«Seine Affäre trug meine Unterwäsche»

Heute Soap-Opera bei Ella. Es treten auf: ein Lover, eine zweite Frau und eine Ohrfeige.

von
Ella
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Silvio sagt: «Es ist nicht so, wie du denkst.» Aber Ella weiss: Genau so ist es. Und die fremde Frau trägt ihre Unterwäsche!

Silvio sagt: «Es ist nicht so, wie du denkst.» Aber Ella weiss: Genau so ist es. Und die fremde Frau trägt ihre Unterwäsche!

Anna Deér
Ella
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Anna Deér
Bruce
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Anna Deér

Silvio hatte angegraute Schläfen, olivefarbene Haut, einen charmanten Akzent und die Küche immer voll mit Formaggio, Parmaschinken und italienischem Landwein. Ich war sehr jung und sehr hungrig, er mir kulinarisch wie sexuell Kilometer voraus und immer bereit, meinen Appetit zu befriedigen. Vom dritten Tag an nannte er mich «amore», und zwischen Bett und Panini habe ich mein Herz an diesen etwas in die Jahre gekommenen Ragazzo verloren.

Grossmütig sah ich darüber hinweg, dass er nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen war, ein Delfin-Tattoo hatte und wenig bis nichts auf die Reihe kriegte – solange er mir süsse Dinge ins Ohr flüsterte und Orgasmen bescherte, meine ersten, die ich mit einem Mann hatte. Silvio liebte es, mich an Armen und Beinen an seine Bettpfosten zu binden, sodass ich mich ihm wehrlos hingeben musste. Silvio liebte es, wenn ich Strapse trug – er schenkte mir mehrere und befahl, welche ich wann zu tragen hatte. Silvio liebte es, wenn ich ihn ritt und meine Brüste vor seinen Augen hüpften. Und ich liebte all diese Dinge mit ihm genauso.

«Er stellte mich seinen Eltern vor»

Wir waren ein ungleiches Paar. Ich war grösser als er und im Vergleich zu ihm strebsam und bieder. Er war ein Lebemann wie aus dem Bilderbuch, bloss der Bierbauch fehlte. Obwohl ich wusste, dass er und ich keine Zukunft hatten, war ich ihm verfallen. Und er mir noch mehr: Er gab mir einen Schlüssel seiner Wohnung, vertraute mir seinen Hund an und stellte mich seinen Eltern vor.

Nichts hatte mich vorbereitet auf das, was eines Freitags passierte. Am Morgen war ich beim Coiffeur, danach wollte ich ihm mit neuer Frisur einen Überraschungsbesuch abstatten. Ich steckte den Schlüssel in das Schloss seiner Wohnungstür, doch der Schlüssel liess sich nicht drehen. Offensichtlich steckte seiner von innen. Ich klingelte, einmal, zweimal. «Ich komme gleich», rief er. Seine Stimme klang verändert.

«Es ist alles nicht so, wie du denkst»

Nur mit Boxershorts bekleidet trat er ins Treppenhaus und zog die Tür hinter sich zu, sodass sie noch einen Spalt offen blieb. Ich weiss nicht mehr, was er sagte. Ich weiss aber noch, wie mir im Bruchteil einer Sekunde alles klar wurde und wie ich selbst in diesem Fall dachte: Oh girl, ist das scripted reality oder wtf? Hätte ein Drehbuchautor die folgenden Szenen beschrieben, hätte man ihm gesagt: Hey hey, lass mal die Klischeekanone bisschen sinken.

Silvio stammelte irgendwas, und wahrscheinlich sagte er auch: «Es ist alles nicht so, wie du denkst.» Der Grund, weshalb ich dachte, was ich dachte, tauchte aber just in diesem Moment im Türspalt auf. In Sekundenbruchteilen erkannte ich: Sie war nicht sexyer als ich, nicht jünger, aber sie trug verdammt noch mal mein rotes Seiden-Negligé! Ich wechselte brav in die nächste Szene und holte, ohne viel zu sagen, aus. Das Klatschgeräusch meiner Ohrfeige auf der Wange des verdutzten Silvio war noch nicht im Treppenhaus verhallt, als ich geräuschvoll die Eingangstür hinter mir ins Schloss fallen liess.


Draussen weinte ich ein paar Tränen und rauchte ein paar Zigaretten. Ich ignorierte Silvios Anrufe und Nachrichten voller Pseudo-Erklärungen und Liebesschwüre. Gesprochen haben wir uns nie mehr. Gelernt habe ich viel. Nie mehr habe ich teure Unterwäsche bei untreuen Lovern platziert. Und nie mehr ein Delfin-Tattoo mit ins Bett genommen. Merkt euch das.

PS: Silvio, schick mir mein Negligé. Und danke für gar nüt.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gerne durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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