Bankgeheimnis und 2. Weltkrieg: «Seine Durchlaucht sollte in Pension gehen!»
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Bankgeheimnis und 2. Weltkrieg«Seine Durchlaucht sollte in Pension gehen!»

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat dem Fürsten von und zu Liechtenstein eine Verhöhnung der Überlebenden des Holocausts vorgeworfen. Stein des Anstosses: das Schweizer Bankgeheimnis.

Fürst Hans Adam II. hatte in einem Interview mit dem «Liechtensteiner Volksblatt» erklärt, die Schweiz und Liechtenstein hätten mit dem Bankgeheimnis «vielen Menschen, besonders Juden, das Leben gerettet».

Deutschland, das in der Vergangenheit immer wieder Liechtenstein als Fluchtpunkt für Steuerhinterzieher angeprangert hatte, «sollte sich an der eigenen Nase nehmen und an seine Vergangenheit denken».

Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, erklärte dazu in der «Bild»-Zeitung (Montagausgabe): «Die Äusserungen sind eine Verhöhnung des Holocausts und der Überlebenden des Holocausts. Es ist ein Versuch, den Holocaust als Schutzschild für politische Fehler des Fürsten zu benutzen. Es wird den historischen Tatsachen nicht gerecht, wie sich Liechtenstein als barmherziger Helfer der Juden aufspielt. Seine Durchlaucht sollte besser in Pension gehen!»

Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, sagte der Zeitung: «Aufgrund meiner Erfahrungen und meiner Biografie kann ich die Meinung zu diesem Thema in diesem Umfang absolut nicht teilen.»

(sda)

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