Dietikon ZH: Seine Ehefrau fast zu Tode gewürgt

Aktualisiert

Dietikon ZHSeine Ehefrau fast zu Tode gewürgt

Weil sie ihn verlassen wollte, hat ein Vater aus Dietikon seine Frau beinahe zu Tode gewürgt. Nun wurde der Mann zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Es war um die Mittagszeit, als es am 8. November 2008 es in einer Dietiker Wohnung zu einem folgenschweren Streit unter Eheleuten kam. Als die heute 28-jährige Frau erklärte, dass sie sich von ihm trennen wolle, verlor der gleichaltrige Serbe jegliche Beherrschung. Er stiess seine Partnerin zu Boden und hielt ihr mit einer Hand den Mund zu.

Zwei Minuten lang gewürgt

Mit der anderen Hand packte er sie am Hals und würgte sie laut Anklage zwei Minuten lang. Bis die verletzte Geschädigte die Besinnung verlor. Dann liess er von ihr ab. Doch nur für eine kurze Zeit. Nachdem die Mutter wieder aufgewacht war und sich in das Zimmer ihres Sohnes begeben hatte, ging er erneut auf sie los und packte sie erneut an der Kehle. Danach verliess er sie und schloss sie in der Wohnung ein. Wenige Stunden später konnte die Polizei den rabiaten Ehemann festnehmen. Seither sitzt er im Gefängnis.

Schon früher Psychoterror ausgeübt

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft deckten weitere Delikte auf. So hatte der Angeschuldigte seiner Frau schon im Sommer 2008 bei einem Streit gegen das Kinn geschlagen und für mehrere Stunden ins Schlafzimmer eingesperrt. Zudem soll er ihr gedroht haben, den Sohn nach Serbien zu entführen. Was die zuständige Staatsanwältin am Dienstag vor dem Bezirksgericht Dietikon als Psychoterror einstufte. Sie verlangte wegen Gefährdung des Lebens, mehrfacher Freiheitsberaubung, mehrfacher Drohung sowie mehrfachen Tätlichkeiten eine unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Zudem eine ambulante Psychotherapie während des Strafvollzuges.

Nur teilgeständig

Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte zwar reumütig, jedoch nur teilgeständig. So stellte er ein längeres Würgen in Abrede. Auch seine Verteidigung verlangte beim Hauptvorwurf der Lebensgefährdung einen Freispruch. Wenn er sie tatsächlich zwei Minuten lang gewürgt hätte, wäre sie tot, zeigte sich die Verteidigung überzeugt. Sie setzte sich im Hauptantrag wegen Tätlichkeiten und Drohung für eine bedingte Strafe von einem Jahr ein. Im schlimmsten Fall eines Schuldspruchs seien zwei Jahre bedingte angemessen.

Täter kommt bald wieder frei

Das Gericht kam wegen Gefährdung des Lebens, Freiheitsberaubung, versuchter Drohung sowie Tätlichkeiten zu Schuldsprüchen und setzte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren fest. Zwölf Monate davon unbedingt. Gerichtspräsident Stephan Aeschbacher sprach von einem erheblichen Verschulden des Angeklagten. Dieser habe seiner Frau seinen Willen aufzwingen wollen und habe sie damit in Lebensgefahr gebracht. Die Strafsenkung führte das Gericht auf das Teilgeständnis des Vaters sowie auf einige Teilfreisprüche in Nebenpunkten zurück. Das bedeutete, dass der Angeklagte bereits in einem Monat wieder frei kommt. Allerdings soll er sich laut einer richterlichen Weisung in eine ambulante Psychotherapie begeben. Mit seiner Frau wird er wohl nicht wieder zusammenleben. Die Eheleute haben sich unterdessen gerichtlich getrennt.

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