Aktualisiert 14.03.2013 14:46

FranziskusSeine ersten Tage als Papst

Gestern Abend hat das Konklave Jorge Mario Bergoglio gewählt. Wie geht es jetzt weiter?

Gewählt ist der neue Papst Franziskus nun, und sein erstes bescheidenes «Guten Abend» hat der Argentinier Jorge Mario Bergoglio der jubelnden Menge auf dem Petersplatz bereits zugerufen. Aber wie genau geht es nun weiter für das neue Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken?

Die Gestaltung des ersten Tags lag am Donnerstag ganz in den Händen des neuen Pontifex, so hat es Vatikansprecher Federico Lombardi schon vor der Wahl erklärt. Tradition ist es aber, am ersten Tag am Altar vor Michelangelos Gemälde «Das Jüngste Gericht» in der Sixtinischen Kapelle eine Messe mit den übrigen Kardinälen zu feiern. Franziskus machte zudem seine Ankündigung wahr, in der Basilika Santa Maria Maggiore für die Stadt Rom zu beten, deren Bischof er als Papst ist.

Wohnung muss renoviert werden

Es obliegt dem neuen Papst, die Siegel an der päpstlichen Wohnung zu brechen. Er könnte dies jederzeit tun, falls er rasch einziehen möchte. Allerdings hat der Vatikan erklärt, dass die Wohnung renoviert werden muss. Und das könnte in den ersten Tagen Bergoglios als neuer Papst geschehen. Für ihn steht auch die aus drei Zimmern bestehende Suite 201 im Gästehaus Santa Marta im Vatikan bereit.

Die päpstliche Wohnung war am 28. Februar versiegelt worden, nachdem Benedikt XVI. nachmittags den Vatikan zum letzten Mal als Papst verlassen hatte. Er hatte sich zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo begeben und war um 20.00 Uhr offiziell aus dem Amt geschieden.

Die nächsten Tage

In seinen ersten Tagen als Papst wird Franziskus erste Termine wahrnehmen. Benedikt traf sich vier Tage nach seiner Wahl 2005 mit Journalisten und dankte ihnen für die Aufmerksamkeit, die sie den vorangegangenen Wochen nach dem Tod und dem Begräbnis von Johannes Paul II. geschenkt hatten.

Am Sonntag wird der neue Papst am Fenster der päpstlichen Gemächer erscheinen und die Menge auf dem Petersplatz segnen. Die Erwartung wird gross sein, dass Franziskus bei der Gelegenheit auch zu den Menschen spricht.

Zwei Tage später, am Dienstag, wird seine feierliche Einführungsmesse stattfinden. Sie wird den ganzen Vormittag in Anspruch nehmen und zeichnet sich in aller Regel durch Pomp aus. Dazu werden zahlreiche hochrangige Gäste und bis zu 200 ausländische Delegationen erwartet. Auch viele Gäste aus dem Heimatland des Papstes werden geladen, in diesem Fall Argentinien.

Normalerweise wird diese Einführungsmesse an einem Sonntag abgehalten, weil dann die Strassen in der Nähe des Vatikans für den Verkehr gesperrt werden können. Aber der kommende Dienstag ist im Vatikan der Feiertag Josefstag. Viele Römer werden sich wohl von der Arbeit oder der Schule freinehmen, um den neuen römischen Bischof im Amt zu begrüssen. (sda)

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