Schweizer darf nicht einreisen: Seine Ferien? Zwei Nächte im kalten Flughafenterminal in Marokko
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Schweizer darf nicht einreisenSeine Ferien? Zwei Nächte im kalten Flughafenterminal in Marokko

Mit seiner Frau wollte sich ein Schweizer in Marokko ein paar schöne Tage machen. Doch die Zöllner verweigerten dem 25-Jährigen die Einreise. Ohne Flug zurück musste er am Flughafen ausharren.

von
Lea Gnos
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Zoran sass am Flughafen fest. 

Zoran sass am Flughafen fest.

Instagram
Am Flughafen in Marrakesch war alles geschlossen. 

Am Flughafen in Marrakesch war alles geschlossen.

Instagram. 
Der 30-Jährige musste sich ein provisorisches Nachtlager bauen. 

Der 30-Jährige musste sich ein provisorisches Nachtlager bauen.

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Darum gehts

  • Ein Schweizer Ehepaar will die Ferien in Marokko verbringen.

  • Weil es Probleme mit dem Pass gab, wurde Zoran (30) die Einreise verweigert.

  • Der Doktorand sass am Flughafen fest.

Als Sarah (25) und Zoran (30) am Mittwoch ins Flugzeug stiegen, freuten sie sich auf ihre Ferien in Marokko. Das Ehepaar wollte Märkte besuchen und sich im Hammam verwöhnen lassen. Doch daraus wurde nichts. Der Ferientraum zerplatzte jäh am Flughafen in Marrakesch. «Ein Zollbeamter teilte mir mit, dass die Seiten 37 und 38 meines Passes fehlen und verweigerte mir die Einreise», sagt Zoran. Der Waadtländer soll in die Schweiz zurückgeführt werden. Seine Frau muss im fünften Monat schwanger den Flughafen alleine verlassen.

Für Zoran war derweil ein Flug in die Schweiz zurück gerade nicht verfügbar. Der Management-Doktorand musste sich auf eine unbestimmte Zeit am Flughafen einstellen und sich ein Plätzchen suchen, um zu campieren.

Ihm hätten das Bett, eine Decke, eine Dusche und Toilettenpapier gefehlt, sagt der Waadtländer zu «20 Minutes». Alle Geschäfte am Flughafen haben zu, immerhin habe er sich mit einem Sandwich verpflegen können, so der 30-Jährige. Im Terminal traf er auf eine Leidensgenossin. «Eine Österreicherin sass seit Montag am Flughafen fest. Sie hatte mit ein paar Kisten ein Lager gebaut, da habe ich mich zu ihr gesetzt», sagt Zoran, der das Bild des Nachtlagers auf Instagram postet.

«Sie müssten doch Kälte gewohnt sein», sagte ein Polizist.

Die erste Nacht am Flughafen sei nicht gerade erholsam gewesen. Um ein Uhr nachts sei er eingeschlafen, doch nach drei Stunden wegen der Kälte am Flughafen wieder aufgewacht. «Die Klimaanlage lief und ich hatte Halsschmerzen», sagt Zoran, der schliesslich im Flughafen auf- und abgeht, um sich aufzuwärmen. «Sie kommen doch aus der Schweiz und müssten an Kälte gewohnt sein», habe ein marokkanischer Polizist zu ihm gesagt. Den nächsten Tag habe er damit verbracht, das Reinigungs- und Sicherheitspersonal zu beobachten. Immerhin habe seine Frau ihm eine Decke bringen können.

Am Donnerstag gab es zwei Flüge in die Schweiz, doch der Coronatest des Waadtländers war bereits 72 Stunden alt und die Zeit reichte nicht, um einen weiteren durchzuführen vor dem Flug. Am Freitagmorgen konnte Zoran schliesslich nach Basel ausreisen und sein Terminal-Abenteuer beenden.

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