Ehefrau verteilte Ohrfeigen – Belgiens Südkorea-Botschafter Lescouhier abberufen
Aktualisiert

Nur drei Jahre im LandSeine Frau verteilte Ohrfeige – Belgiens Botschafter aus Südkorea abberufen

Ihre Tätlichkeiten gegen zwei Ladenangestellte in Seoul haben für die Ehefrau des belgischen Botschafters in Südkorea keine strafrechtlichen Folgen. Ausbaden muss den Skandal aber ihr Ehemann.

Diese Aufnahmen von Überwachungskameras lösten in Südkorea landesweit Empörung aus.

Sie berief sich lange auf die Immunität als Botschafter-Ehefrau, doch es half alles nichts: Das Ehepaar Lescouhier ist von Südkorea zurück nach Belgien beordert worden, nachdem die Frau Botschafter in einem südkoreanischen Kleidergeschäft eine Angestellte geohrfeigt hatte.

Seither ist das Verhältnis zwischen Belgien und Südkorea verstimmt. Eine in den sozialen Netzwerken geteilte Aufnahme der Überwachungskameras im Laden und die aufbrandende öffentliche Empörung machten die Angelegenheit nicht einfacher. Jetzt hat das belgische Aussenministerium durchgegriffen. Man werde Botschafter Peter Lescouhier aus Südkorea zurückziehen. Die aktuelle Lage erlaube es ihm nicht, seine Rolle weiterhin auf eine «gelassene Art» auszuüben.

Entschuldigung in ihrem Namen

Lescouhier war erst seit 2018 Belgiens Botschafter in Seoul. Im April geschah dann der Skandal, der diesem Engagement ein Ende bereiten sollte: Südkoreanischen Medien zufolge verdächtigten die Angestellten des Kleiderladens die Frau des Botschafters zu Unrecht, eine Jacke gestohlen zu haben. Auf dem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie die Botschaftergattin schliesslich eine Angestellte ohrfeigt und eine weitere schubst.

Botschafter Lescouhier entschuldigte sich einige Tage später auf der Facebook-Seite der Botschaft im Namen seiner Frau und bezeichnete ihre Reaktion als «inakzeptabel». Wie das belgische Aussenministerium weiter mitteilte, habe sich auch Lescouhiers Frau mit den beiden Angestellten getroffen und um Entschuldigung gebeten.

Obgleich sie mit der Polizei kooperierte, wurde die Immunität der Ehefrau des Botschafters laut belgischem Aussenministerium mittlerweile aufgehoben. Südkoreas Aussenministerium gibt sich versöhnlich und erklärte, es würde ihr kein Gerichtsverfahren drohen.

(gux)

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