Jamie Woon: Seine Songs gehen direkt ins Herz
Aktualisiert

Jamie WoonSeine Songs gehen direkt ins Herz

Das passiert selten: Ein Künstler kommt aus dem Nichts und veröffentlicht ein Album, das die Popmusik einen Schritt weiterbringt, so wie Jamie Woon jetzt mit «Mirrorwriting».

von
Niklaus Riegg
Die Songs des 28-jährigen Jamie Woon sind visionär – und mit viel Seele gefüllt. (Foto: Universal)

Die Songs des 28-jährigen Jamie Woon sind visionär – und mit viel Seele gefüllt. (Foto: Universal)

Quasi im Alleingang macht er modernen R'n'B wieder spannend. Die meisten Veröffent­lichungen dieses Genres waren in den letzten Monaten – wenn nicht Jahren – entweder auf die Clubs ausgerichtet und hatten eher kurzen Bestand, waren sehr retro und rückwärtsgewandt oder dank Vocoder und Eurodance-Einflüssen eher austauschbar und vorhersehbar.

Ganz anders bei Jamie Woon. Am ehesten erinnert «Mirrorwriting» noch an Justin Timberlakes «Futuresex/Lovesounds». Doch es ist noch visionärer – und mit noch mehr Seele gefüllt. Woon reichert die lange Tradition des Rhythm and Blues mit Folk, Gospel und dem Sound aus dem britischen Untergrund an, um daraus einen tieftraurigen und trotzdem eingängigen Future-Soul zu formen. Tracks wie «Spirit», «Lady Luck» oder «Waterfront» gehen übers Ohr direkt ins Herz – um dort ganz lange zu verweilen.

Es ist zu erwarten, dass der 28-Jährige einer der Künstler sein wird, auf die sich in diesem Jahr alle einigen können. Und wenn nicht, dann wird man in einigen Jahren «Mirrorwriting» ausgraben und sich sagen: «Das war der Sound von 2011.»

Jamie Woon spielt am 12. Mai

im Palace in St. Gallen.

www.20min.ch/soundshack/player/?albumId=0000000016849365

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