Verschwundener Bergsteiger – «Seine Tochter rief mich an, weil sie wissen wollte, wo ihr Papi ist»
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Verschwundener Bergsteiger«Seine Tochter rief mich an, weil sie wissen wollte, wo ihr Papi ist»

Ein Berner Vater wird seit über einer Woche vermisst. Eine Freundin vermutet, dass er zuletzt in den Bergen unterwegs war. Seine Angehörigen haben noch einen kleinen Funken Hoffnung.

von
Zoé Stoller
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Anina S. und Markus J. gingen regelmässig zusammen auf Speed-Hiking-Touren. 

Anina S. und Markus J. gingen regelmässig zusammen auf Speed-Hiking-Touren.

Facebook / Anina S.
Nun hat man seit über einer Woche nichts mehr von J. gehört.

Nun hat man seit über einer Woche nichts mehr von J. gehört.

Anina S.
Sein Auto, das zwischen Latterbach und Wimmis gefunden wurde, gibt jedoch einen Hinweis, wo J. sein könnte.

Sein Auto, das zwischen Latterbach und Wimmis gefunden wurde, gibt jedoch einen Hinweis, wo J. sein könnte.

Google Maps / Screenshot

Darum gehts

  • Der Ittiger Markus J. ist seit Sonntag, dem 21. November, spurlos verschwunden.

  • Weil er ein leidenschaftlicher Bergtourer ist, geht man davon aus, dass er zuvor auf einer Wanderung gewesen war.

  • Für seine enge Freundin ist es ausgeschlossen, dass es sich um Suizid handelt.

Der Berner Familienvater Markus J. wird seit Sonntag, dem 21. November, vermisst. Seine Töchter, Schwestern und eine gute Freundin sind ausser sich vor Sorge, zumal wegen des schlechten Wetters bisher nur spärlich nach ihm gesucht werden konnte. «Es bleibt noch ein ganz kleines Fünkchen Hoffnung, dass er sich irgendwo zurückziehen konnte», sagt Anina S., eine enge Freundin von J.

«Am Samstag hat mir Markus noch Fotos von seiner Bergtour auf dem Gehrihorn geschickt. Als ich ihm am Sonntag noch schrieb und er mir am Dienstag noch nicht geantwortet hatte, wurde ich bereits nachdenklich», sagt S. Sie pflegte regelmässig Kontakt mit dem Vermissten. «Am Mittwoch rief mich seine Tochter an und wollte wissen, wo ihr Papi ist.» Er sei nicht mehr erreichbar und sie mache sich grosse Sorgen. «Da wusste ich, es muss etwas passiert sein, denn das sieht Markus gar nicht ähnlich», so S.

Zwischen Lattenbach und Wimmis auf einem Parkplatz wurde zwar J.s Auto gefunden, von ihm fehlt jedoch bis heute jede Spur. Durch eine Ortung seines Natels konnte das Gebiet grob eingegrenzt werden, ein genauer Standort wurde aber noch nicht ermittelt. Suchaktionen der Rega seien erfolglos gewesen und Suchhunde hätten nicht eingesetzt werden können, erzählt S., die mit der Polizei in Kontakt ist. Sowohl Bergspezialistinnen und -spezialisten als auch die Rega würden, sobald sich das Wetter bessere, mit der Suche nach dem 59-Jährigen fortfahren.

«Markus hatte so viele Pläne und war noch richtig fit»

Seine gute Freundin, die ihn oft auf seine Bergtouren begleitete, vermutet, dass er am Sonntag erneut in die Berge stieg. Am Donnerstag war er zuletzt bei ihr gewesen. «Wir kennen uns seit langer Zeit und haben Jahre zusammen als Fitnesstrainer gearbeitet. Wir fantasierten noch darüber, wie es wäre, sich nun zusammen etwas aufzubauen und selbstständig zu werden» erzählt S. Obschon er vor kurzem seinen Job verloren hat, steht für sie ausser Frage, dass sich J. das Leben genommen haben könnte. «Er ist ein richtiges Stehaufmännchen und war bereits wieder eifrig dabei, sich zu bewerben. Markus hatte so viele Pläne und war noch richtig fit.» Auch auf den Fotos, die er ihr am Samstag geschickt hatte, habe er äusserst zufrieden ausgesehen.

Auch über eine Woche nach seinem letzten Lebenszeichen hat S. noch Hoffnung. «Ich weiss, die Chance, dass er lebend gefunden wird, ist sehr, sehr, klein. Aber irgendwie glaube ich noch daran, dass er nur verletzt ist und bald geborgen werden kann. Er war ein richtiger Kämpfer.» Das Schönste wäre für sie, wenn er entgegen jeglichen Erwartungen untergetaucht sei und sich plötzlich wieder melden würde. Wichtig sei für die gute Freundin des Vermissten, endlich Antworten zu haben. «Diese Ungewissheit ist wahnsinnig belastend. Ich will endlich wissen, was mit ihm passiert ist.»

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