Heftige Niederschläge - Seit 1918 fiel im Tessin nicht mehr so viel Regen wie in den letzten 48 Stunden
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Heftige NiederschlägeSeit 1918 fiel im Tessin nicht mehr so viel Regen wie in den letzten 48 Stunden

Im Tessin regnete es in den letzten zwei Tagen beinahe dreimal so viel wie im gesamten Juli. Ein Shoppingcenter musste geschlossen werden, die Polizei warnt vor verfrühtem Aufatmen.

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Heftiger Regen im Tessin setzte Keller unter Wasser. 

Heftiger Regen im Tessin setzte Keller unter Wasser.

Tio.ch
In den letzten 48 Stunden regnete es beinahe dreimal so viel wie im gesamten Juli. 

In den letzten 48 Stunden regnete es beinahe dreimal so viel wie im gesamten Juli.

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Die Feuerwehr stand im Dauereinsatz. 

Die Feuerwehr stand im Dauereinsatz.

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Darum gehts

  • Das Tessin versinkt im Wasser.

  • Besonders mitgenommen von den sintflutartigen Regenfällen wurden die Regionen Mendrisiotto und Unteres Ceresio.

  • Den Bewohnerinnen und Bewohnern bleiben nur die zerstörten Häuser.

Heftige Regengüsse haben in den letzten Stunden die Regionen Mendrisiotto und Unteres Ceresio heimgesucht. Während gestern Abend die größten Schäden in Bissone zu beklagen waren, wo einige Häuser vorübergehend evakuiert werden mussten, regnete es heute wie aus Eimern auf das Muggiotal und die umliegenden Gebiete; aber auch in Balerna und Chiasso, wo die Faloppia und die Breggia für Verwüstungen sorgen, sowie an den Hängen des Monte Generoso, wo ein Erdrutsch zur Schliessung der Bahnstrecke geführt hat. Laut Meteonews regnete es seit Messbeginn 1918 noch nie so viel innerhalb von zwei Tagen.

Einkaufszentrum geschlossen, Strassen gesperrt

Auch ein Einkaufszentrum in der Via San Gottardo in Balerna musste laut der Kantonspolizei Tessin aufgrund der anhaltenden starken Regenfälle und der Gefahr von Überschwemmungen des Flusses Breggia vorsorglich geschlossen werden.

In der gesamten Region Mendrisiotto kam es zu Überschwemmungen, Erdrutschen, Murenabgängen, eingestürzten Mauern und umgestürzten Bäumen. Verschieden Strassenabschnitte mussten gesperrt werden. Offiziell erlitt bei diesem Unwetter noch niemand Verletzungen.

Aldo und Laura, die in einem Haus in der Via Bellavista in Morbio Inferiore wohnen, wurden von dem Wetter besonders hart getroffen. Die Überschwemmung des Fontanella-Bachs machte nicht nur die Sperrung der Strasse erforderlich, sondern auch ihr Haus wurde von den Wassermassen weggeschwemmt und im unteren Bereich vollständig überflutet.

«Wassermassen zerbarsten die Türe»

«Ich war gegen neun Uhr morgens zu Hause, als ich plötzlich ein lautes Geräusch aus dem Keller hörte. Ich ging hinunter, um nachzusehen und fand ihn überflutet vor, mit einer geschlossenen Tür, die durch die Kraft des Wassers völlig zerbrochen war», sagt der Mann, der seit einiger Zeit in der Gegend wohnt, aber so etwas noch nie erlebt hat. Die Feuerwehr des Mendrisiotto musste hinzugezogen werden, um den Keller, die Garage und den Vorplatz von Schlamm und Schutt zu befreien.

Das Schlimmste dürfte – dank erster Sonnenstrahlen, die sich langsam über der Region abzeichnen, und der Arbeit der Feuerwehr, die ein Wasserrückhaltebecken ausgehoben hat – (vielleicht) überstanden sein, aber die Probleme sind noch nicht vorbei. «Zunächst einmal haben sie mir bereits gesagt, dass die Arbeiten bis morgen andauern werden, um das Wasser abzupumpen», erklärt Aldo, «aber zum Glück müssen wir das Haus nicht verlassen. Und dann müssen wir darauf warten, dass die Versicherungsgesellschaft ihre Arbeit erledigt. Wir hatten viele Sachen im Keller, sogar einen Schrank für 3000 Franken, den wir gerade gekauft hatten. Jetzt muss alles weggeschmissen werden», sagen Aldo und Laura.

Die Kantonspolizei Tessin warnt vor verfrühtem Aufatmen: Sie rät der Bevölkerung, sich nicht in der Nähe von Pflanzen und Wasserläufen aufzuhalten, leichte Gegenstände zu sichern und alle anderen Gegenstände in Innenräume zu bringen.

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