Gewalt im Fussball - «Seit Corona kommt es vermehrt zu Tätlichkeiten»
Publiziert

Gewalt im Fussball«Seit Corona kommt es vermehrt zu Tätlichkeiten»

Bei einem Match in Embrach kam es zu einem tätlichen Angriff auf den Schiedsrichter. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.

von
Thomas Mathis
1 / 2
Im Mai spielten sich nach dem Junioren-Spiel zwischen FC Embrach und FC Glattbrugg wüste Szenen ab. 

Im Mai spielten sich nach dem Junioren-Spiel zwischen FC Embrach und FC Glattbrugg wüste Szenen ab.

20min/News-Scout
Kürzlich schubste in Embrach ZH ein Trainer bei einem Spiel den Schiedsrichter. Der Match wurde anschliessend abgebrochen.

Kürzlich schubste in Embrach ZH ein Trainer bei einem Spiel den Schiedsrichter. Der Match wurde anschliessend abgebrochen.

Google Maps

Darum gehts

  • Nach einem tätlichen Angriff auf einen Schiedsrichter, musste ein B-Juniorenspiel in Embrach abgebrochen werden.

  • In der Vergangenheit kam es bereits zu ähnlich Vorfällen.

  • So spielten sich im Mai nach dem Junioren-Spiel zwischen FC Embrach und FC Glattbrugg wüste Szenen ab.

Unschöne Szene beim B-Juniorenspiel in Embrach: Kürzlich schubste ein Trainer bei einem Spiel den Schiedsrichter. Der Match wurde anschliessend abgebrochen. Laut dem Spielbericht sahen insgesamt drei Spieler des FC Embrach die gelbe Karte. Einer von ihnen erhielt in der 80. Minute eine weitere Verwarnung – gelb-rot. Beim FC Embrach heisst es auf Anfrage, dass man so ein Verhalten nicht dulde. So etwas gehöre sich definitiv nicht. «Es handelt sich allerdings um eine geringfügige Tätlichkeit.» Man habe mit dem Trainer das Gespräch gesucht und ihn intern gesperrt.

«So ein Vorfall ist nicht an der Tagesordnung, aber jeder Vorfall ist einer zu viel», sagt Marcel Vollenweider, Präsident des Schweizerischen Schiedsrichterverbands. Die Details dazu seien ihm nicht bekannt. Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter seien aber grundsätzlich verpflichtet, ein Spiel abzubrechen, wenn sie tätlich angegangen werden. «Ich persönlich stelle eine gewisse Tendenz fest, dass es seit der Corona-Krise vermehrt zu Tätlichkeiten gegen die Unparteiischen und auch unter den Mannschaften kommt.»

«Trainer sollte ein Vorbild für die Junioren sein»

Der Zürcher Fussballverband bestätigt auf Anfrage, dass ein Junioren B-Spiel abgebrochen wurde, weil der Trainer des FC Embrach den Schiedsrichter tätlich angegangen habe. «Das ist besonders betrüblich, weil generell Trainer ein Vorbild für die Junioren sein sollte», sagt Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb. Der Schiedsrichter sei aber glücklicherweise wohlauf.

Erst kürzlich sorgte das Spiel zwischen dem FC Glattbrugg und dem FC Embrach für Schlagzeilen, als der Match der A-Junioren ausartete. Ein Spieler des FC Embrach musste danach mehrere Stunden operiert werden. In diesem Fall ist nun auch das Urteil definitiv, nachdem es mehrmals weitergezogen wurde. «Der Mannschaft des FC Glattbrugg wurden zehn Punkte abgezogen und es wurde eine Busse von über 1000 Franken ausgesprochen», so Scramoncini. Hängig sei allerdings noch das Verfahren des Schweizerischen Fussballverbands gegen einen der Spieler des FC Glattbrugg.

Zu wüsten Szenen ist es nach dem Junioren-Spiel zwischen FC Embrach und FC Glattbrugg gekommen.

20min/News-Scout

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung