Aktualisiert 22.06.2016 14:55

Grundrechte für Primaten«Seit Darwin ist klar: Auch Menschen sind Tiere»

Tobias Sennhauser fordert, dass die Grundrechte auch für Primaten gelten. Eine Vormundschaftsbehörde soll deren Interessen vertreten, findet der Tierrechtler.

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2014 befanden sich von schweizweit 251 Primaten in Tierversuchen.

2014 befanden sich von schweizweit 251 Primaten in Tierversuchen.

Ullstein Bild
Im Jahr 2014 wurden in der Schweiz an über 600'000 Tieren Versuche durchgeführt. Am meisten werden Mäuse eingesetzt (390'144).

Im Jahr 2014 wurden in der Schweiz an über 600'000 Tieren Versuche durchgeführt. Am meisten werden Mäuse eingesetzt (390'144).

AP/Robert F. Bukaty
Auch Ratten werden für Forschungszwecke eingesetzt (2014: 83'000).

Auch Ratten werden für Forschungszwecke eingesetzt (2014: 83'000).

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Herr Sennhauser*, Sie unterstützen die Volksinitiative im Kanton Basel-Stadt, die Grundrechte für Primaten fordert. Warum brauchen nicht-menschliche Primaten aus Ihrer Sicht mehr rechtlichen Schutz?

Die heutige Sonderstellung des Menschen ist ungerechtfertigt. Seit Darwin wissen wir, dass wir auch Tiere sind. Es geht darum, die Herrschaft der Menschen gegenüber anderen Tieren zu beenden.

Wer soll die Rechte der Tiere vertreten?

Denkbar wären Tieranwälte oder eine Vormundschaftsbehörde, die sich um soziale Minderheiten kümmert. Dass jemand seine Grundrechte nicht selbst ausüben kann, ist nicht neu. Komapatienten sind ebenfalls auf juristische Hilfe angewiesen.

Werden Tiere damit nicht vermenschlicht?

Nein, ich bin gegen eine Vermenschlichung von Tieren. So ist es Blödsinn, Hunden zum Spass Kleider anzuziehen. Hier geht es um das Recht auf Leben und die Erweiterung der moralischen Gemeinschaft auf nicht-menschliche Tiere.

* Tobias Sennhauser ist Präsident der Tierrechtsorganisation Tier im Fokus. (20 Minuten)

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