Dornach SO – «Seit ich ein deutsches Nummernschild habe, werde ich immer angefeindet»
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Dornach SO«Seit ich ein deutsches Nummernschild habe, werde ich immer angefeindet»

Nach einem Autounfall erhält eine Dornacherin ein Mietauto mit deutschem Nummernschild als Übergangslösung. Seither wird sie deswegen unterwegs andauernd angefeindet.

von
Seline Bietenhard
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Eine Dornacherin erhielt letzte Woche nach einem Autounfall als Übergangslösung ein Mietauto mit einem deutschen Nummernschild. Seitdem wird sie unterwegs dauernd angefeindet.

Eine Dornacherin erhielt letzte Woche nach einem Autounfall als Übergangslösung ein Mietauto mit einem deutschen Nummernschild. Seitdem wird sie unterwegs dauernd angefeindet.

Privat
In einer lokalen Facebook-Gruppe berichtete die 42-Jährige über die Vorkommnisse.

In einer lokalen Facebook-Gruppe berichtete die 42-Jährige über die Vorkommnisse.

Screenshot Facebook
Der Post sorgte für Aufsehen. So drückten die User und Userinnen teilweise ihr Mitgefühl über die Situation aus.

Der Post sorgte für Aufsehen. So drückten die User und Userinnen teilweise ihr Mitgefühl über die Situation aus.

Screenshot Facebook

Darum gehts

  • Eine Dornacherin erhält nach einem Autounfall ein Ersatzauto mit deutschem Nummernschild.

  • Seitdem wird sie unterwegs dauernd angefeindet. Die 42-Jährige versteht die Welt nicht mehr.

  • Seit 20 Jahren lebt sie bereits in der Schweiz und hatte noch nie etwas Vergleichbares erlebt.

Eine Dornacherin erhielt letzte Woche nach einem Autounfall als Übergangslösung ein Mietauto mit einem deutschen Nummernschild. Die 42-Jährige war auf dem Weg zu ihrer Schwester in Deutschland verunfallt und hatte, damit sie die Reise fortsetzen konnte, ein deutsches Ersatzauto erhalten. Doch seit sie mit dem neuen Fahrzeug unterwegs ist, wird sie immer wieder angefeindet. «Ich wollte extra vorsichtiger fahren mit dem Mietauto. Als ich am Freitag ausparkierte, musste einer warten und hat hinter der Autoscheibe den Kopf geschüttelt, die Stirn in Falten gelegt und geschimpft», so die Frau.

«Es ist unglaublich, wie viele Leute mir seit einer Woche kopfschüttelnd und schimpfend begegnen», beschrieb die Dornacherin ihre Erlebnisse in einer lokalen Facebook-Gruppe. Sie habe nicht gewusst, dass es Leute gebe, denen ein deutsches Kennzeichen zum «Schubladisieren» reiche. Der Post sorgte für Aufsehen. Eine Einheimische schrieb von Ungleichheiten. «Die Leute gehen nach Deutschland zum Einkaufen, aber motzen dann bei sowas» «Also ich mag dich, egal ob mit oder ohne deutschem Kennzeichen», meinte eine andere Userin aufmunternd.

«Ich würde gerne mit den Schimpfern einen Kaffee trinken gehen»

Für die 42-Jährige, die ursprünglich aus Deutschland stammt, aber bereits seit 20 Jahren in der Schweiz lebt, war dies das erste Mal, dass sie so angefeindet wurde. «Die Menschen in meinem Umfeld bemühen sich sehr, die Klischees nicht ständig hervorzustreichen», so die Frau. Sie sei stets bemüht, sich zu integrieren und tanze in Dornach auf vielen Hochzeiten. «Auch wenn das praktisch unmöglich ist», sagte sie. Wenn sie mehr Zeit hätte, würde sie mit den Schimpfern gerne einen Kaffee trinken gehen und hören, was ihr wirklicher Ärger sei.

Trotz allen negativen Kommentaren hatte die Dornacherin am Samstag eine positive Begegnung. «Am Samstag fuhr ich auf unseren Werkstoffhof und fragte dort, ob ich auch mit einem deutschen Auto meinen Schweizer Müll entsorgen könne, und mich der mir gut bekannte Werkhof-Mann anlachte und sagte, dass ich mit jedem Auto rein dürfe», so die Frau. Dies habe sie dann wieder aufgestellt.

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