Aktualisiert 18.05.2016 06:50

Philipp Degen

«Seit Klopp da ist, hat sich alles verändert»

Für Philipp Degen und den FCB hat es nicht für den «Final dehai» gereicht. Parteiisch ist er trotzdem im Endspiel der Europa League.

von
E. Tedesco
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Philipp Degen spielte in seiner Karriere drei Jahre für Liverpool.

Philipp Degen spielte in seiner Karriere drei Jahre für Liverpool.

/Clive Rose
Der Verteidiger (l.) stand von 2008 bis 2011 bei den «Reds» unter Vertrag.

Der Verteidiger (l.) stand von 2008 bis 2011 bei den «Reds» unter Vertrag.

AFP/Paul Ellis
Degen war jedoch oft verletzt. Er bestritt nur 13 Pflichtspiele für Liverpool.

Degen war jedoch oft verletzt. Er bestritt nur 13 Pflichtspiele für Liverpool.

/Michael Regan

Seine Augen leuchten, wenn er versucht, die Faszination in Worte zu fassen. Der Mythos, der den Traditionsclub umweht, lässt einen nie los, wenn man einmal das Leibchen der Reds getragen hat – auch einen Degen nicht. «Der Club ist grossartig, einfach unbeschreiblich», schwärmt Philipp Degen.

Zwischen 2008 und 2011 stand der 31-jährige Aussenverteidiger bei Liverpool unter Vertrag. Auch wenn er fast nur verletzt war und lediglich 13 Pflichtspiele absolvierte, waren es drei unvergessliche Jahre für ihn, die er im Norden Englands verbrachte. Noch heute hat er Freunde in Liverpool, pflegt regen Kontakt zu einigen Leuten im Club und ist auf dem Laufenden, was bei den Reds so geht.

Geld interessiert Klopp nicht

«In den Jahren, seit ich aus Liverpool weg bin, und bis zur Ankunft von Jürgen Klopp im letzten Oktober hatte sich im Club nicht viel verändert. Aber seit Klopp da ist – alles», sagt Degen. Freunde vor Ort hätten ihm kürzlich ein Beispiel erzählt. «Der Vater eines jungen Spielers hat Forderungen gestellt. Da habe Klopp gesagt: Seid ihr verrückt, einem 18-Jährigen so viel Geld zu zahlen? Der soll sich erst beweisen. Das Argument, in England sei das üblich, habe Klopp nicht interessiert. Jetzt ist der Spieler weg. Man merkt die deutsche Mentalität in allem, was er macht.»

Klopp habe Feuer in den Club gebracht, fährt Degen fort, er verkörpere jenen Fussball, der perfekt auf Liverpool zugeschnitten ist. «Jetzt muss er nur die richtigen Transfers, die zu seinem Fussball passen, machen», so Degen. «Das ist Powerfussball, der die Leute abholt und mitreisst.» Unter dem Deutschen seien die Reds zuhause wieder eine Macht geworden. «Man muss nur den Weg in den EL-Final zurückverfolgen und stellt fest, dass alle Gegner an der Anfield Road gefallen sind. Das Uneinnehmbare hat Klopp zurückgebracht. Das Stadion ist wieder eine Festung.»

Geduld ist keine englische Tugend

Degen schaut gespannt auf die kommende Premier-League-Saison voraus. «Das wird brutal, gnadenlos. Das wird eine ganz heisse Saison. Die Liga wird brennen, und unter den Trainern wird es knallen! Pep Guardiola will ManCity aufrüsten, José Mourinho will ManUnited aufrüsten, Arsenal will oben mitmischen, und darum wird auch Wenger in Spieler investieren. Und dann ist da noch Chelsea mit Antonio Conte als neuem Trainer – das wird hart für Klopp und Liverpool.» Geduld sei keine englische Tugend, allerdings habe man mit Klopp in Liverpool mehr Geduld, ist der Aussenverteidiger überzeugt.

Erst gilt es aber, die aktuelle Saison positiv abzuschliessen, vielmehr sie zu retten und in der nächsten Saison europäisch spielen zu können. Denn Liverpool landete in der Liga nach einem 1:1 gegen West Bromwich am letzten Spieltag nur auf Rang 8. Die Europa-League-Teilnahme ist damit weg, aber noch besteht die Chance auf die Champions League, weil sich der Sieger der Europa League automatisch für die Königsklasse qualifiziert.

«Das wäre wichtig für Liverpool, wie auch ein Titel, auf den man seit Jahren wartet», sagt Degen. «Sie haben es verdient und darum – und dazu stehe ich – bin ich parteiisch. Ich hoffe, dass Liverpool den Europa-League-Final gegen Sevilla in Basel gewinnt.»

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