Traurige Bilanz - Seit Putsch der Militär-Junta kamen mindestens 700 Zivilisten ums Leben
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Traurige BilanzSeit Putsch der Militär-Junta kamen mindestens 700 Zivilisten ums Leben

Das Militär hat seit Anfang Februar die Macht im Land übernommen, die Proteste dagegen halten weiter an. Es wird von 700 Toten und 3000 Festnahmen während dieser Zeit berichtet.

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Seit Beginn der Militär-Junta wurden nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation 700 Menschen umgebracht. 

Seit Beginn der Militär-Junta wurden nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation 700 Menschen umgebracht.

REUTERS
Die Militärjunta hat inzwischen das Mobilfunknetz stark gedrosselt. 

Die Militärjunta hat inzwischen das Mobilfunknetz stark gedrosselt.

AFP
Seit dem Beginn wurden über 3000 Zivilisten und 64 Journalisten festgenommen.

Seit dem Beginn wurden über 3000 Zivilisten und 64 Journalisten festgenommen.

AFP

Darum gehts

  • Am Freitag vermeldete eine myanmarische Menschenrechtsorganisation, dass seit Beginn der Militär-Junta über 700 Zivilisten ihr Leben verloren hätten.

  • Die Junta widerspricht, laut ihren Angaben waren es 248.

  • Die Proteste gegen das Regime dauern derzeit weiter an.

In Myanmar sind seit dem Militärputsch am 1. Februar mehr als 700 Zivilisten getötet worden. Dies meldet die myanmarische Menschenrechtsorganisation Assistance Association for Political Prisoners (AAPP). Allein bei einem Blutbad unter Demonstranten am Freitag in der Stadt Bago sollen demnach mehr als 80 Menschen getötet worden sein. Die Proteste gegen die Militärjunta wurden am Sonntag fortgesetzt. Die Junta spricht von weitaus geringeren Todesfallzahlen – ein Militärsprecher gab die Zahl der getöteten Zivilisten am Freitag mit 248 an.

Mobilfunk stark eingeschränkt

In Bago gab es laut AAPP am Freitag «über 80» Tote. Da die Militär-Junta inzwischen das Mobilfunknetz stark gedrosselt hat, wird es zunehmend schwierig, Nachrichten über Razzien und Tote zu überprüfen. Von der Nachrichtenagentur AFP überprüfte Videoaufnahmen scheinen das brutale Vorgehen von Militär und Polizei in der rund 65 Kilometer nordöstlich von Yangon gelegenen Stadt jedoch zu bestätigen: Darauf ist zu sehen, wie Demonstranten hinter Sandsackbarrikaden kauern und mit selbstgebauten Gewehren hantieren, während im Hintergrund Explosionen zu hören sind.

Ein Anwohner berichtete AFP, wie Leichen in einen Armeelaster geladen wurden, der kurz darauf wegfuhr. Den Rettungskräften sei es nicht erlaubt worden, in die Nähe der Toten zu kommen. Viele Einwohner seien vor der Gewalt in die nächstgelegenen Dörfer geflüchtet. Das Büro der Vereinten Nationen in Myanmar teilte mit, dass es die Lage in Bago genau verfolge. Verletzten sei dort keine Hilfe geleistet worden.

Zahlreiche Arrestierungen

Seit dem Militärputsch wurden 64 Journalisten festgenommen, von denen sich nach Erkenntnissen des Staatenbunds Asean 33 am Sonntag weiterhin in Haft befanden. Insgesamt lag die Zahl der Festnahmen laut AAPP bei mehr als 3000.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(AFP/pco)

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