Aktualisiert 04.02.2013 17:39

Auf der Warteliste:

Seit zwei Jahren wartet Bern auf sein «Hotel Suff»

Der Kanton soll
eine Ausnüchterungsstelle erhalten – das ist seit zwei Jahren beschlossen. Doch passiert ist seither wenig.

von
Nathalie Jufer
In Bern noch auf der Warteliste: Eine Ausnüchterungsstelle wie hier in Zürich.

In Bern noch auf der Warteliste: Eine Ausnüchterungsstelle wie hier in Zürich.

Zweckentfremdete Ambulanzen, überforderte Taxifahrer – betrunkene Nachtschwärmer landen oft am falschen Ort und sorgen dort für Mehraufwand (20 Minuten berichtete). Mit dem klaren Entscheid, eine zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS) zu schaffen, hat der ­Grosse Rat vor zwei Jahren die Weichen gestellt. «So wäre auch endlich die finanzielle Frage bei Exzessen geklärt», meint EVP-Grossrat und Motionär Ruedi Löffel. Die Nacht auf der Ausnüchterungspritsche würde den Trunkenbolden nämlich in Rechnung gestellt: 600 bis 900 Franken müssten sie für ihren Rausch blechen.

Erfolgreiches Zürcher Pilotprojekt

In der Stadt Zürich läuft ein ­Pilotprojekt bereits seit drei Jahren – mit grossem Erfolg. Das «Hotel Suff» ist seit Januar gar jede Nacht geöffnet. Jährlich wurden dort über 600 Nachtschwärmer von der Polizei eingeliefert. Für den Präventionsexperten ist klar, dass die Umsetzung im Kanton Bern überfällig ist: «Die Situation mit randalierenden Trinkern hat sich in den letzten zwei Jahren eher noch verstärkt.»

Amt verweist auf Abklärungen

Doch die Mühlen mahlen langsam. Beim zuständigen Amt verweist man auf laufende Abklärungen: «Dass wir das Projekt auf kantonaler Ebene umsetzen müssen, macht es sehr komplex», so Polizeidirektor Hans-Jürg Käser. Das Konzept könne nicht einfach von der «Partystadt» Zürich übernommen werden. So steht weiter in den Sternen, wann in der Bundesstadt die ZAS in Betrieb geht.

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