Pratteln BL: Sek-Lehrer frisiert Noten von Schülern nach oben

Aktualisiert

Pratteln BLSek-Lehrer frisiert Noten von Schülern nach oben

Der Lehrer einer Sekundarschule in Pratteln hat Zeugnisnoten um mindestens eine Note nach oben geschraubt. Er ist geständig und zurzeit krankgeschrieben.

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jd/da
Im Erlimatt-Schulhaus erhielten zwölf Schüler gefälschte Zeugnisse.

Im Erlimatt-Schulhaus erhielten zwölf Schüler gefälschte Zeugnisse.

Ein Lehrer* der Sekundarschule Erlimatt in Pratteln hat Zeugnisnoten gefälscht. Laut dem Nachrichtenportal Onlinereports haben zwölf Schüler, die im Erlimatt-Schulhaus die neunten Klassen besuchen, in den Fächern Geschichte, Geografie und Englisch von ihm verbesserte Noten erhalten. Ihre Leistungen wurden um mindestens eine ganze Note nach oben frisiert.

Die Motive der Lehrperson seien bislang noch nicht klar. Rektor Daniel Hänggi versicherte jedoch, dass die Änderungen den Schülern zuliebe vorgenommen wurden, da es sich nicht um Noten seiner eigenen Fächer, sondern um Noten einer in der Klasse unterrichtenden Fachlehrperson handelt.

Kein Kavaliersdelikt

Hänggi bestätigt die Informationen von Onlinereports. Er habe sich mit dem Amt für Volksschulen und dem Rechtsdienst abgesprochen. Die betroffenen Schüler sowie deren Eltern und das Schulrats-Präsidium wurden informiert. Der Lehrer habe die Fälschung gestanden. Er ist momentan krankgeschrieben. Welche Konsequenzen seine Verfehlungen haben werden, sei noch nicht geklärt.

«Es handelt sich nicht um ein Kavaliersdelikt. So etwas geht natürlich nicht», sagt Hänggi. Bildungsdirektor Urs Wüthrich sagte zum Fall, in seiner bisherigen Amtszeit sei er noch nie mit einem solchen Fall konfrontiert gewesen. Zurzeit liege die Verantwortung jedoch in den Händen der Schulleitung. Erst im Falle eines eingeleiteten Verfahrens würde die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion miteinbezogen, so Wüthrich.

Promotion nicht gefährdet

Die Zeugnisse der betroffenen Schüler wurden wieder angepasst. Die frisierten Noten hatten laut Hänggi keinen Einfluss auf die Promotion der Sekundarschüler. Trotzdem wirft die Geschichte kein gutes Licht auf das Sekundarschulhaus Erlimatt, das bereits vergangenen November wegen einer Lehrerin, die mit einem Schüler sexuell verkehrt haben soll, negativ in den Schlagzeilen stand.

*Name der Redaktion bekannt.

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