Sekten können Ihre Gesundheit gefährden
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Sekten können Ihre Gesundheit gefährden

Vor zwei Tagen starb eine Zeugin Jehovas nach der Geburt ihrer Zwillingskinder, weil sie eine Bluttransfusion verweigerte. Dies ist jedoch keineswegs das einzige lebensgefährliche Gebot einer Sekte...

Das 22-jährige Mitglied der Zeugen Jehovas wäre heute glückliche Mutter von Zwillingen, einem Knaben und einem Mädchen, hätte sie auf einer Londoner Entbindungsstation nicht auf eine Bluttransfusion verzichtet. Wie die britische Zeitung «The Sun» berichtete, hatte die junge Frau vor der Geburt den Ärzten klargemacht, dass man ihr auch im Notfall kein Blut spenden dürfe.

Es kam zu extremen Komplikationen, die Ärzte flehten ihren Ehemann Anthony (24) und weitere Familienmitglieder an, sie umzustimmen. Vergeblich. Emma verlor ihr Leben und hinterliess ihrem Mann am 25. Oktober zwei gesunde Kinder.

Warum verzichten die Zeugen Jehovas auf eine Bluttransfusion? Sektenexperte Georg Schmid: «Sie berufen sich auf die Bibel, interpretieren eine Stelle im Neuen Testament aber völlig falsch.» Gemäss Schmid ist es heute in Schweizer Spitälern gängige Praxis, dass sich Ärzte im Notfall über derartige Patientenverfügungen hinwegsetzen. «Die Angehörigen sind ihnen insgeheim wohl dankbar, weil ihnen so eine ungeheuer schwierige Entscheidung erspart bleibt.»

In einem Berner Privatspital verblutete 1991 eine Anhängerin der Zeugen Jehovas, weil sie nach der Geburt ihrer Tochter eine Bluttransfusion abgelehnt hatte.

Doch nicht nur die Zeugen Jehovas halten sich zum Teil an gesundheitsgefährdende Gebote.

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