18.01.2017 05:48

GründungsfieberSelbst ist der Chef – Basel erlebt Startup-Boom

Selbständigkeit ist angesagt: In Basel schiessen Startups wie Pilze aus dem Boden. Die Innovationskraft der Life-Science-Industrie ist aber nicht alleinige Triebkraft des Booms.

von
lha
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Die Startup Academy verzeichnet eine anhaltend wachsende Nachfrage nach ihren Beratungsangeboten und betreut zurzeit 55 Jungunternehmen.

Die Startup Academy verzeichnet eine anhaltend wachsende Nachfrage nach ihren Beratungsangeboten und betreut zurzeit 55 Jungunternehmen.

20 Minuten/aj
Im Stücki Business Center breiten sich Startups auf mehreren tausend Quadratmetern aus. Der Inkubator der Universität Basel und Fachhochschule sind hier genauso zuhause wie der Technologiepark der Standortförderung Basel-Stadt.

Im Stücki Business Center breiten sich Startups auf mehreren tausend Quadratmetern aus. Der Inkubator der Universität Basel und Fachhochschule sind hier genauso zuhause wie der Technologiepark der Standortförderung Basel-Stadt.

Stücki Business Center
Hier finden fast 30 Startups aus Life Sciences und Technologie eine moderne Infrastruktur vor, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Hier finden fast 30 Startups aus Life Sciences und Technologie eine moderne Infrastruktur vor, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Stücki Business Center

Basel steckt im Gründungsfieber. «Bei uns ist die Nachfrage 2016 um rund 30 Prozent gestiegen», sagt Markus Fischer, Geschäftsführer der Startup Academy. Der Verein betreut zurzeit 55 Startups mit seinem Coaching- und Mentoren-Programm. Der Boom ist also anhaltend: Wie aus einem aktuellen Bericht des Statistischen Amts Basel-Stadt hervorgeht, stieg die Zahl der Neugründungen 2014 gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent. «Die Bedingungen in Basel-Stadt für die Gründung eines Unternehmens sind gut», so Fischer.

Der Kanton fördert Jungunternehmen in den Bereichen Life Sciences und Technologie denn auch gezielt mit steuerlichen Vergünstigungen. «In der Life-Sciences-Branche sind die Rahmenbedingungen exzellent», sagt Samuel Hess, Bereichsleiter Wirtschaft beim Amt für Wirtschaft und Arbeit. Das bestätigt auch der kantonale Wettbewerbsindikator der UBS für das Jahr 2016: Dieser bescheinigt Basel-Stadt das mit Abstand grösste Innovationspotential der Schweiz, was in erster Linie der Life-Science-Industrie geschuldet sei. Dadurch verzeichne Basel auch überproportional viele erfolgreiche Neugründungen innovativer Unternehmen.

Gründungszentren erleichtern den Start

Gerade im Umfeld der Pharmaindustrie stehen Startups Mittel, Infrastruktur und das nötige Humankapital zur Verfügung. Beim Stücki Center in Kleinhüningen bieten der Technologie-Park der Basler Standortförderung und der Inkubator von Universität und Fachhochschule fast 30 Jungunternehmen aus diesem Bereich eine moderne Infrastruktur samt Beratung und Coaching.

Das Gründungsfieber beschränkt sich aber nicht auf spezifische Branchen. Die Breite des Booms illustriert nicht nur die Statistik, die ein Wachstum in fast allen Branchen ausweist, sondern auch die wachsende Zahl sogenannter Gründerzentren. Die Rakete Dreispitz oder das Stellwerk im Bahnhof St. Johann richten sich gezielt an die Kreativwirtschaft, die dort günstigen Gewerberaum und ein Vernetzungsangebot vorfinden.

Jetzt kommt die Generation Selbständig

Gründe für den Startup-Boom sind aber nicht allein staatliche und private Förderprogramme. Markus Fischer von der Startup Academy beobachtet auch demografische Veränderungen und spricht von einem Generationenphänomen. «Die jüngeren Arbeitstätigen haben eher weniger Berührungsängste zum Thema Selbständigkeit», sagt er. Aber auch erfahrene Berufsleute hätten zunehmend den Wunsch nach Unabhängigkeit. Zudem stellt Fischer fest, dass Selbständigkeit auch für Menschen, die ihre Arbeitsstelle verloren haben, zunehmend ein Option sei.

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