Kanton Zürich: Selbstanzeigen haben sich fast verdreifacht

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Kanton ZürichSelbstanzeigen haben sich fast verdreifacht

Beim Zürcher Steueramt sind 2017 deutlich mehr Selbstanzeigen eingegangen als im Vorjahr. Grund: Start des grenzüberschreitenden Informationsaustauschs

Mit 6150 Selbstanzeigen gab es 2017 im Kanton Zürich. Im Jahr 2016 waren es noch 2100 Fälle.

Mit 6150 Selbstanzeigen gab es 2017 im Kanton Zürich. Im Jahr 2016 waren es noch 2100 Fälle.

Keystone/Martin Ruetschi

Mit 6150 Eingaben hätten beinahe dreimal so viele Steuerpflichtige wie im bisherigen Rekordjahr 2016 die Gelegenheit genutzt, steuerlich reinen Tisch zu machen, teilte die Finanzdirektion des Kantons Zürich am Donnerstag mit. 2016 gab es 2100 Fälle.

Die zuständige Abteilung des Kantonalen Steueramtes hat im vergangenen Jahr 3800 Fälle bearbeitet und abgeschlossen. Dank mehr Personal, mehr Effizienz und einer Zunahme von weniger aufwendigen kleinen Fällen waren dies deutlich mehr als im Vorjahr (1900 Fälle).

Nur 40 Unternehmen haben sich selber angezeigt

Aus den 3800 abgeschlossenen Fällen resultierten 104 Millionen Franken Steuererträge. Davon fliessen 83 Millionen Franken in die Haushalte der Gemeinde und des Kantons, der Rest betrifft die direkte Bundessteuer. Im Vorjahr waren es 85 Millionen Franken.

Im Durchschnitt sind bei den 2017 behandelten Fällen weniger grosse Vermögen und Erträge zum Vorschein gekommen als in den Vorjahren: Der Durchschnittsertrag für die Staats- und die Gemeindesteuern sank gegenüber dem Vorjahr pro Fall von 36'000 auf 22'000 Franken. 2010 und 2013 waren sogar 60'000 Franken erreicht worden.

Bei einem guten Dutzend Fälle resultierte ein Gesamtsteuerertrag von insgesamt mehr als einer Million Franken. Der grösste Teil stammt von natürlichen Personen: Nur 40 der 3800 Selbstanzeigen reichten Unternehmen ein.

Vor allem viele ausländische Liegenschaften

2017 war vor allem die Zahl der gemeldeten italienischen, portugiesischen und spanischen Liegenschaften gross. Ausländische Liegenschaften müssen zwar in der Schweiz nicht versteuert, aber trotzdem aufgeführt werden.

Zahlreiche Selbstanzeigen gab es auch wegen bisher nicht deklarierten Konten und weiteren Vermögenswerten aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Insgesamt konnte das Steueramt 1,327 Milliarden Franken aufdecken, die künftig immer wieder in den Steuererklärungen auftauchen werden.

Automatischer Informationsaustausch als Grund

Das Steueramt führt die Flut von Selbstanzeigen auf den bevorstehenden Start des Automatischen Informationsaustauschs (AIA) und die Aufklärungsarbeit von Treuhändern und Ausländervereinen zurück. Gerechnet wird mit ersten AIA-Meldungen aus dem Ausland ab Oktober. Das Steueramt geht auch für 2018 von einem hohen Eingang von Selbstanzeigen aus.

Vor der Einführung der einmal im Leben möglichen straflosen Selbstanzeige per Anfang 2010 hatte das Kantonale Steueramt jeweils rund 350 Selbstanzeigen erhalten.

(SDA)

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