Gefährliche Informationen auf Social Media: Selbsternannte Hexen warnen vor Kräuter-Abtreibungen

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Gefährliche Informationen auf Social MediaSelbsternannte Hexen warnen vor Kräuter-Abtreibungen

In den sozialen Medien kursieren Videos, die Kräuter mit abtreibender Wirkung popularisieren. Hexenkünstlerinnen, Kräuterkundige und Fachpersonen aus dem Gesundheitssektor schlagen Alarm.

von
Picstars
Auf Tiktok und Co. stellen User und Userinnen verschiedene Wirk- und Heilkräfte von Kräutern vor.

Auf Tiktok und Co. stellen User und Userinnen verschiedene Wirk- und Heilkräfte von Kräutern vor.

Unsplash/Katherine Hanlon

Darum gehts

  • Selbsternannte Hexen, Kräuterkundige und Gesundheitsfachpersonen auf Social Media zeigen sich besorgt über Clips, die verschiedene Kräuter als eine Alternative für eine medizinische Abtreibung vorschlagen.

  • Sie sagen, in den Videos würden bedenkliche oder gar gesundheitsschädigende Informationen verbreitet.

  • Dass aktuell immer mehr solcher Clips in Umlauf geraten und aufgerufen werden, hängt mit dem Entscheid des Obersten Gerichtshofs der USA zusammen, bei dem das liberale Abtreibungsrecht des Landes gekippt wurde.

Seit der Oberste Gerichtshof der USA das Recht auf Abtreibung gekippt hat, steigen die Aufrufzahlen von Internet-Clips, die unkonventionelle Wege zur Abtreibung vorschlagen. Katy Willis zählt sich selbst zu den Hexenkünstlerinnen auf Social Media und erzählt gegenüber dem «Input»-Magazin, dass sie beobachte, wie Hilfe suchende Frauen die sozialen Medien als Informationsquelle nutzten. Dort kursieren Videos, die unzureichendes oder gar fehlerhaftes Wissen zur Kräuterkunde verbreiten und somit lebensgefährliche Ratschläge geben. 

«Einige der Methoden können für Menschen und ihre Gesundheit sehr schädlich sein», sagt die 24-Jährige, die auf Tiktok ihren 123’000 Followern magische Tipps gibt und sich deutlich von solchen Videos distanziert. Sie kenne sogar eine Person, welche unter Hilfestellungen einer Tiktok-Persönlichkeit eine Abtreibung durchgeführt und knapp überstanden habe. Das sei risikoreich und ein grosser Glücksfall gewesen.

Junge, selbsternannte Heilkundige geben Ratschläge

Die entsprechenden Clips in den sozialen Medien zeigen meist ohne viel Hintergrundinformation, welche Kräuter eine abtreibende Wirkung haben. Dosierungsmengen werden nicht angesprochen und es wird kaum darüber informiert, welche anderen giftigen oder gesundheitsschädigenden Eigenschaften die Pflanzen haben. Die Videos zum Thema Abtreibung werden laut Apothekerin Shawna Bynum tendenziell von neuen Hexenden oder selbsternannten Heilkundigen gepostet, die jünger als 25 Jahre alt sind. Dabei werden beispielsweise Zimt, Mutterkraut, Kamille oder Papayasamen als Alternativen zu medizinischen Abtreibungen genannt. Die Clips werden bis zu hunderttausend Mal geklickt.

Laut Hexenkunst-Influencerin Katy Willis sind diese Informationen nicht neu und wurden bereits bei vorhergehenden politischen Diskussionen in den USA veröffentlicht. Die aktuelle politische Lage habe die entsprechenden Clips nun wieder an die Oberfläche der Social-Media-Feeds gespült.

Die Hexenkultur, die sich in den sozialen Medien etabliert hat, nutzt Hashtags wie «Witchtok», um Milliarden von Menschen zu bezaubern. Hier bewerben sie Dienstleistungen, alternativmedizinisches Wissen und ihren Lifestyle. Mit ihrer Besorgnis stehen die kritischen Hexen und Kräuterkundigen nicht allein da: Auch Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich sind alarmiert und posten entmystifizierende Videos zum Thema. Sie raten von solchen Abtreibungsmethoden ab und betonen die Unsicherheit und Gefährlichkeit, die damit zusammenhängt. Sie empfehlen, dass mit Fachkräften das Gespräch gesucht wird, und weisen ausserdem auf verlässliche medizinische Möglichkeiten hin, die unter Aufsicht von Ärzten stattfinden.

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