Afghanistan: Selbstmordanschlag auf dem Polizeiposten

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AfghanistanSelbstmordanschlag auf dem Polizeiposten

Ein Selbstmordattentäter hat in einer Polizeiwache im Süden Afghanistans neun Menschen mit in den Tod gerissen. Bei den Opfern handelt es sich nach Behördenangaben um vier Polizisten und fünf Zivilpersonen.

Sechs Menschen erlitten bei der Bluttat im Bezirk Dund nahe der Stadt Kandahar Verletzungen. Der Attentäter sei mit einer Polizeiuniform bekleidet gewesen, sagte ein Sprecher des örtlichen Gouverneurs. Bei einem Bombenanschlag in der östlichen Provinz Paktia wurden nach Angaben des Innenministeriums drei Polizisten getötet. Die radikalislamischen Taliban haben ihre Anschläge in Afghanistan in den vergangenen drei Jahren verstärkt. Zu Beratungen über eine Beendigung der Gewalt und eine Stärkung der Regierung in Kabul kommen am Dienstag Vertreter aus mehr als 70 Ländern zu einer Konferenz in den Niederlanden zusammen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erklärte, der Konflikt in Afghanistan weite sich immer mehr aus. Damit würden immer mehr Menschen auch im benachbarten Pakistan von der Gewalt bedroht, sagte der zuständige IKRK-Regionaldirektor Jacques de Maio am Montag in Genf. Die USA und andere Staaten müssten bei ihrer Strategie für die Region das Schicksal von Zivilpersonen bedenken, forderte De Maio. In Pakistan würden viele Menschen zur Flucht aus ihren Häusern getrieben. Das IKRK verdopple daher seinen Etat für das Land auf umgerechnet 35 Millionen Euro.

Der Iran wird zur Konferenz in Den Haag den stellvertretenden Aussenminister Mehdi Achundsadeh entsenden. Das verlautete am Montag aus diplomatischen Kreisen der Niederlande. An der von den Vereinten Nationen unterstützten Tagung will auch US-Aussenministerin Hillary Clinton teilnehmen, was einen weiteren Schritt hin zu einem stärkeren diplomatischen Engagement der beiden verfeindeten Staaten USA und Iran bedeuten könnte. Das US-Aussenministerium hat jedoch in der vergangenen Woche ein «substanzielles Treffen» zwischen Vertretern beider Staaten während der Konferenz ausgeschlossen. (dapd)

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