Al-Kaida in Italien: Selbstmordattentäter hatte den Papst im Visier
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Al-Kaida in ItalienSelbstmordattentäter hatte den Papst im Visier

Italienische Spezialeinheiten haben 18 Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida festgenommen. Die Verdächtigen planten einen Anschlag im Vatikan.

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Razzia gegen Al-Kaida-Anhänger in Italien: Die Polizei hat am 24. April 2015 18 Anhänger des islamistischen Terrornetzwerks auf Sardinien aufgespürt.

Razzia gegen Al-Kaida-Anhänger in Italien: Die Polizei hat am 24. April 2015 18 Anhänger des islamistischen Terrornetzwerks auf Sardinien aufgespürt.

Keystone/Police Press Office / Handout
Unter den Verhafteten sind auch zwei angebliche Bodyguards des vor vier Jahren getöteten Terrorchefs Osama Bin Laden.

Unter den Verhafteten sind auch zwei angebliche Bodyguards des vor vier Jahren getöteten Terrorchefs Osama Bin Laden.

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Die mutmasslichen Terroristen werden beschuldigt, sich an Anschlägen in Pakistan beteiligt zu haben. Zudem sollen sie ein Attentat auf den Vatikan geplant haben.

Die mutmasslichen Terroristen werden beschuldigt, sich an Anschlägen in Pakistan beteiligt zu haben. Zudem sollen sie ein Attentat auf den Vatikan geplant haben.

Keystone/Police Press Office / Handout

Die italienische Anti-Terroreinheit hat am Freitag 18 islamistische Terrorverdächtige auf Sardinien gefasst. Darunter befanden sich auch zwei Männer, die als Bodyguards des vor vier Jahren getöteten Terrorchefs Osama Bin Laden gearbeitet hatten, wie die Polizei mitteilte. Anhand abgehörter Telefongespräche zeigte sich, dass die beiden Teil eines Netzwerks waren, das Bin Laden in Pakistan schützte.

Doch nicht nur mit dem Schutz von Al-Kaida-Übervater Bin Laden, auch mit Attentaten in Europa hatten sich die Verdächtigen befasst. So legen sichergestellte Unterlagen nahe, dass die mutmasslichen Terroristen 2010 ein Attentat auf den Vatikan planten — konkret auf den früheren Papst Benedikt XVI., wie die sardische Zeitung «L'Unione Sarda» schreibt. Ein Selbstmordattentäter sei damals bereits in Rom gewesen. Ohne die Pläne in die Tat umzusetzen, habe er aber Italien verlassen. Es sei nicht klar, warum.

Blutiger Anschlag in Peschawar

Den Verdächtigen wird zudem vorgeworfen, Terrorismus in Pakistan und Afghanistan finanziert zu haben. Unter den 18 Verdächtigen seien auch Männer, die für eine Reihe terroristischer Angriffe in Pakistan verantwortlich seien, sagte Staatsanwalt Mauro Mura in Cagliari. Dazu gehörte etwa der blutige Anschlag auf einen Markt in Peschawar 2009, bei dem über 100 Menschen starben. Ziel des Terrornetzwerks sei es gewesen, die pakistanische Regierung durch einen Aufstand zu stürzen.

Baufirma auf Sardinien

Laut «L'Unione Sarda» betrieb einer der Verdächtigen eine Baufirma in Olbia. «Es gibt die Hypothese, dass er Einwanderer anwarb, die hier per Flugzeug mit falschen Dokumenten ankamen, und sie in illegale Aktionen einbezog», sagte der Herausgeber der Zeitung, Anthony Muroni, dem Sender Sky TG24.

Innenminister Angelino Alfano lobte die Aktion der Anti-Terroreinheit. «Sie beweist, dass unser System funktioniert», heisst es im «Corriere della Sera». Italien sei «ein grosses Land, das in der Lage ist, diese Aufgaben zu erledigen». (kle/sda)

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