Aktualisiert 13.02.2009 13:00

IrakSelbstmordattentäterin tötet über 35 Menschen

Bei einem Anschlag auf eine Gruppe schiitischer Pilger hat am Freitag eine Selbstmordattentäterin im Irak mindestens 35 Menschen mit in den Tod gerissen. Rund 65 Personen wurden verletzt. Unter den Opfern waren auch viele Frauen und Kinder.

Die Attentäterin zündete ihren Sprengsatz inmitten einer Prozession schiitischer Pilger, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Gläubigen seien auf dem Weg zu einer Zeremonie in Kerbela gewesen. Es war bereits der dritte Anschlag innerhalb von drei Tagen auf Pilger.

Der Sprecher des Innenministeriums, Generalmajor Abdul Karim Chalaf, bestätigte den Anschlag. Er habe sich zwischen den Städten Mussajib und Iskandarija rund 60 Kilometer südlich von Bagdad ereignet. Nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern handelte es sich bei den meisten Toten und Verwundeten um Frauen und Kinder.

Sunnitische Extremisten wohl verantwortlich

Für die Anschläge auf die schiitischen Pilger sind vermutlich sunnitische Extremisten verantwortlich. Sie versuchen offenbar, wieder einen Konflikt heraufzubeschwören, der das Land schon einmal vor zwei Jahren fast in einen Bürgerkrieg gestürzt hätte.

Am Vortag wurden bei einem Bombenanschlag in der den Schiiten heiligen Stadt Kerbela nach Polizeiangaben acht Pilger getötet. 18 Menschen wurden verletzt. Das rund 80 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bagdad gelegene Kerbela ist jedes Jahr Anziehungspunkt für Hunderttausende schiitische Pilger. Sie begehen das Ende der Trauerzeit um den Tod des Enkels des Propheten Mohammed, Imam Hussein, im 7. Jahrhundert.

Quelle: AP/SDA

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