Selbstmordgedanken oder Überforderung
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Selbstmordgedanken oder Überforderung

Bei Kindstötungen stehen häufig Selbstmordgedanken der Eltern oder eine Überforderungssituation im Vordergrund. In der Weihnachtszeit können sich die Stressfaktoren noch verstärken.

Generell sei die Suizidrate in dieser Zeit aber tiefer, wie Josef Sachs, Leitender Arzt bei Gerichtspsychiatrie der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Brugg, sagt.

Wenn Eltern ihre Kinder töten, geschehe dies häufig im Zuge eines Suizidgedankens. So stehe die Absicht, sich selbst zu töten am Anfang. Danach folge der Gedanke, was danach mit den allein gelassenen Kindern geschehe. «Sie wollen sie deshalb mitnehmen», sagte Sachs. In manchen Fällen schrecke der Betroffene aber nach der Tötung des Kindes aus irgend einem Grund von einem Suizid zurück.

Dann gebe es aber auch Überforderungssituationen. «Vielleicht sind die Kinder nicht einfach, geben besonders viel Arbeit oder die Eltern haben persönliche und finanzielle Probleme», erklärt Sachs. Dann würden die Kinder aus Verzweiflung getötet.

In der Weihnachtszeit könnten Stressfaktoren noch verstärkt werden. So sei der Anspruch auf Harmonie höher und für bereits überforderte Menschen könne der Stress den Tropfen darstellen, der das Fass zum Überlaufen bringe. Generell sei es aber so, dass die Zahl der Selbstmorde in dieser Zeit tiefer sei. «Die Weihnachtszeit ist statistisch gesehen ein schützender Faktor und kein Risikofaktor», sagte Sachs. (dapd)

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