Proteste wegen WM 2104: Seleção solidarisiert sich mit Demonstranten
Aktualisiert

Proteste wegen WM 2104Seleção solidarisiert sich mit Demonstranten

Rund um den Confed Cup kommt es in Brasilien zu Unruhen. Das Nationalteam stellt sich hinter die Protestierenden und auch die Regierung hat ein offenes Ohr.

von
fbu

Brasilien ist in Aufruhr: Am Rande des Confed Cups kommt es auf den Strassen Brasiliens zu Protesten. Zehntausende haben sich auch in der Nacht auf Mittwoch in São Paolo versammelt. Die Demonstrationen richten sich gegen die Misswirtschaft, Korruption und auch die teuere Fussball-WM im kommenden Jahr. Gefordert werden mehr Geld für Bildung und Gesundheit.

Für die Nationalmannschaft, die am Abend gegen Mexiko die zweite Partie am Confed Cup absolviert, ist die Situation nicht einfach. Bei der Pressekonferenz zum Spiel haben verschiedene Akteure der Seleção Verständnis für die Proteste geäussert. «Viele denken, dass Fussballer nur an Fussball denken. Aber wir wissen, was gerade passiert. Wir wissen, dass sie Recht haben mit ihren Protesten und dass in unserem Land viele Dinge verbessert werden können», gibt Stürmer Hulk zu Protokoll.

Mehrere Akteure zeigen Verständnis

Die Unruhen nehmen in der Pressekonferenz beinahe mehr Platz ein als der nächste Gegner Mexiko. Auch Trainer Felipe Scolari äusserte sich zum Thema: «In einer Demokratie ist es normal, dass man diese Demonstrationen akzeptiert und dass sie von der Regierung wahrgenommen werden. Wir wünschen uns, dass sie weiter friedlich sind.»

Der Brasilianer betont, dass seine Spieler «alle Freiheit» haben, sich zu den Protesten zu äussern. Der Verteidiger David Luiz nützte dies und sagte: «Die Brasilianer sind Patrioten und lieben ihr Land. Sie haben das Recht, es auszudrücken, wenn sie nicht glücklich sind.» Zuvor meinte bereits sein Abwehrkollege Dante: «In Brasilien ist es nicht einfach, unser Land ist gross, die ganze Welt schaut auf uns. Die Leute sind zum Teil sehr reich, andere haben gar nichts.»

Die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff, die beim Eröffnungsspiel des Confed Cups am Samstag ausgebuht wurde, machte am Dienstag einen Schritt auf die Demonstranten zu. «Meine Regierung wird den Stimmen zuhören, die für den Wandel sind. Ob es sich nicht nur um leere Worte handelt, wird sich erst zeigen. Immerhin hat São Paulos Bürgermeister Fernando Haddad signalisiert, dass die vollzogene Preiserhöhung unter Umständen zurückgezogen werden könnte. Dies sei aber eine politische Entscheidung, die auf dem entsprechendem Weg gefällt werden müsse.

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