Intelligente Kühlschränke - Selecta verkauft Pendlern neu Quinoa-Salat und Smoothies
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Intelligente KühlschränkeSelecta verkauft Pendlern neu Quinoa-Salat und Smoothies

Die Snackautomaten-Firma kämpft mit finanziellen Problemen seit der Corona-Krise. Nun setzt das Unternehmen auf Selbstbedienung mit Kaffeemaschinen und intelligenten Kühlschränken.

von
Barbara Scherer
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Die bekannten Selecta-Automaten rentieren sich nicht mehr.

Die bekannten Selecta-Automaten rentieren sich nicht mehr.

ETH Zürich
Mit den rot-weissen Automaten macht die Firma nur noch rund 25 Prozent Umsatz.

Mit den rot-weissen Automaten macht die Firma nur noch rund 25 Prozent Umsatz.

20min/Sonja Mulitze
Darum will die Firma umsatteln auf intelligente Kühlschränke.

Darum will die Firma umsatteln auf intelligente Kühlschränke.

ETH Zürich

Darum gehts

  • Selecta setzt in Zukunft vor allem auf Kaffee-Maschinen und intelligente Kühlschränke.

  • Denn seit Corona hat das Unternehmen Schulden.

  • Die Kühlschränke sollen Firmen erlauben, ihre Kantinen aufzulösen, die sich wegen Homeoffice nicht mehr rentieren.

Sie stehen an jedem Bahnhof: Die rot-weissen Snackautomanten von Selecta. Damit verkauft die Firma von Kondomen über Chips bis zu Masken alles Mögliche. Doch das Geschäft mit den Automaten floppt seit der Corona-Krise.

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Schuldenberg von 1,7 Milliarden Franken angehäuft. Neu will Selecta vermehrt auf intelligente Kühlschränke mit frischen Produkten wie Quinoa-Salaten und Smoothies setzen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Geöffnet werden diese mit Kreditkarte und Sensoren registrieren automatisch, welcher Artikel entnommen wurde. Bisher sind 200 solcher Kühlschränke in Europa im Einsatz – unter anderem bei UBS und anderen bekannten Schweizer Grosskonzernen.

Zum Sortiment der Kühlschränke gehören Getränke, Snacks und vorgefertigte Mahlzeiten, die innert 30 Sekunden aufgewärmt werden können. Dabei werden die Produkte den Bedürfnissen der jeweiligen Kundschaft angepasst.

Das erlaube den Firmen, ihre Kantinen aufzugeben oder einzuschränken, heisst es weiter. Denn vielerorts rentieren sich diese wegen Corona und Home-Office nicht mehr. Auch sollen die intelligenten Kühlschränke von Selecta an Flughäfen platziert werden für wartende Passagierinnen und Passagiere.

Neue Kühlschränke vor Vandalismus schützen

Das neue Konzept könnte laut Selecta zum Teil den klassischen Selecta-Automaten im öffentlichen Bereich und sogar andere Gastro-Anbieter wie ein Café ablösen. Denn die bekannten Snack-Automaten machen aktuell nur rund 25 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Den Löwenanteil steuern zurzeit die Kaffee- und Tee-Automaten in Firmen bei.

Offen ist noch, wie die neuen Kühlschränke vor Vandalismus geschützt werden sollen. So werden Selecta-Automaten bereits heute immer wieder beschädigt. Fest steht, dass die neuen Kühlschränke unbedingt an belebten Orten stehen müssen und nicht in einer dunklen Ecke auf dem Perron.

Hygiene-Automaten seit Corona

Selecta betreibt 3000 Automaten in der ganzen Schweiz. Im Frühling 2020 hat Selecta ein neues Automatenkonzept für Hygieneartikel und weitere dazu passende Produkte unter dem Namen «Safety Station» lanciert. Dieses leicht angepasste Automatenmodell führt neben Schutzmasken und Handdesinfektionsgel auch antibakterielle Tücher, Mineralwasser und gesunde Erfrischungsgetränke. Selecta wurde 1957 von Joseph Jeger in Murten gegründet und beschäftigt mit Hauptsitz in Kirchberg etwa 930 Mitarbeitende.

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