Ukraine-Krieg  – Selenski zieht Vergleich zum Holocaust – Kritik von Gedenkstätte
Publiziert

Ukraine-Krieg Selenski zieht Vergleich zum Holocaust – Kritik von Gedenkstätte

Wolodimir Selenski verglich die russische Invasion in einer Rede an das Parlament Israels mit der «Endlösung». Die Gedenkstätte Yad Vashem kritisierte Vergleiche, die die historischen Fakten des Holocaust verzerren. 

1 / 4
Wolodimir Selenski verglich die russische Invasion in einer Rede an Israels Parlament mit der «Endlösung».

Wolodimir Selenski verglich die russische Invasion in einer Rede an Israels Parlament mit der «Endlösung».

AFP
Es sei ein Krieg, der die Vernichtung des ukrainischen Volkes zum Ziel habe. 

Es sei ein Krieg, der die Vernichtung des ukrainischen Volkes zum Ziel habe. 

AFP
Selenski erachtet die Raketenabwehr Israels als eine der besten der Welt. Für ihn stellt sich daher die Frage, warum Israels Regierung bisher keine Waffen an Kiew geliefert hat. (Archivbild)

Selenski erachtet die Raketenabwehr Israels als eine der besten der Welt. Für ihn stellt sich daher die Frage, warum Israels Regierung bisher keine Waffen an Kiew geliefert hat. (Archivbild)

REUTERS

Darum gehts 

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat in einer Video-Botschaft an Israel Russland mit Nazi-Deutschland gleichgesetzt und dem Kreml einen Plan zur Auslöschung der Ukraine vorgeworfen. «Hört darauf, was jetzt in Moskau gesagt wird: «Endlösung», aber jetzt bereits in Bezug auf die ukrainische Frage», sagte der 44-Jährige am Sonntag in einem Video-Auftritt vor Knesset-Abgeordneten. Das Staatsoberhaupt mit jüdischen Wurzeln erinnerte dabei an die sogenannte «Endlösung der Judenfrage», wie die Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden in Europa durch Nazi-Deutschland genannt wurde.

Selenski – Putins Ziel sei die Auslöschung des ukrainischen Volkes

Der vor etwas mehr als drei Wochen begonnene russische Einmarsch in die Ukraine sei dabei nicht nur eine «militärische Spezialoperation» – wie der Krieg in Russland bezeichnet wird. «Das ist ein grossflächiger und hinterhältiger Krieg, der auf die Vernichtung unseres Volkes, unserer Kinder, unserer Familien, unseres Staates abzielt», sagte Selenski. Die Ukraine befinde sich damit in einer ähnlich prekären Situation wie der jüdische Staat im Nahen Osten.

Jüdische Gedenkstätte verurteilt «Trivialisierung»

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem kritisierte Selenskis Holocaust-Vergleich, ohne den ukrainischen Präsidenten beim Namen zu nennen. Es werde in Zusammenhang mit den Kämpfen Propaganda verbreitet, die falsche Vergleiche mit der Ideologie und den Taten der Nazis ziehe, hiess es in einer Stellungnahme der Gedenkstätte. «Yad Vashem verurteilt diese Trivialisierung und Verzerrung der historischen Fakten des Holocausts.» Die Gedenkstätte hatte auch die Aussage des russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert, er wolle die Ukraine «entnazifizieren».

Selenski will israelische Luftabwehr 

Im Hinblick auf die ständigen russischen Raketenangriffe sagte Selenski: «Jeder in Israel weiss, dass Ihre Raketenabwehr die beste ist. Jeder weiss, dass Ihre Waffen stark sind.» Für ihn stelle sich daher die Frage, warum Israels Regierung bisher weder Waffen an Kiew geliefert noch sich den westlichen Sanktionen gegen Moskau angeschlossen habe.

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

(DPA/pco)

Deine Meinung