Kadaver geborgen: Seltener Goldschakal in der Schweiz überfahren
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Kadaver geborgenSeltener Goldschakal in der Schweiz überfahren

Goldschakale breiten sich langsam von Osten her in der Schweiz aus. Sie profitieren von der Absenz des Wolfes. Nun wurde einer im Kanton Freiburg getötet.

von
rc
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Dieser tote Goldschakal wurde im Kanton Freiburg aufgefunden.

Dieser tote Goldschakal wurde im Kanton Freiburg aufgefunden.

Landwirtschaftsdirektion Freiburg
Der Goldschakal hat sein Kernverbreitungsgebiet im Balkan, wird jedoch seit einiger Zeit öfters auch im Norden und Westen Europas gesichtet.

Der Goldschakal hat sein Kernverbreitungsgebiet im Balkan, wird jedoch seit einiger Zeit öfters auch im Norden und Westen Europas gesichtet.

Wikimedia/soumyajit nandy
Mittlerweile hat er auch die Schweiz erreicht.

Mittlerweile hat er auch die Schweiz erreicht.

Kora

Im Kanton Freiburg ist ein toter Goldschakal gefunden worden. Das Tier wurde auf der Kantonsstrasse zwischen Galmiz und Sugiez überfahren, wie die Landwirtschaftsdirektion mitteilte. Der Wildhüter brachte den Kadaver ins Tierspital Bern, wo eine Autopsie den Tod durch Verkehrsunfall bestätigte.

«Die Tiere sehen aus, wie ein mittelgrosser Hund mit einem dicken Fell», teilt die Direktion Land- und Forstwirtschaft Freiburg mit. Es ist nicht das erste Mal, dass eines der Tiere in der Schweiz gesichtet wurde: «Im Jahr 2011 wurde der Goldschakal erstmals nachweislich in der Schweiz auf Fotos festgehalten», sagt Florin Kunz, von der Raubtierfachstelle Kora. Trotzdem seien die Tiere in der Schweiz bis anhin nur sehr selten anzutreffen. Der Goldschakal hat sein Kernverbreitungsgebiet im Balkan, wird jedoch seit einiger Zeit öfters auch im Norden und Westen Europas gesichtet.

Wolf gegen Schakal

«Vor allem junge Männchen legen weite Strecken zurück, teilweise viele hundert Kilometer», erklärt Kunz. Hätten sie dann ein passendes Territorium und ein Weibchen gefunden, könne es gut sein, dass sie sich niederlassen und im Rudel leben. Weibliche Goldschakale wurden bisher in der Schweiz aber noch keine nachgewiesen. Dass sich die Tiere auf einmal rasch ausbreiteten, hat laut Kunz mehrere Gründe. Einer davon ist der Wolf. Dieser gehört zu den wenigen natürlichen Feinden des Goldschakals. «Der Wolf wurde in weiten Teilen Europas ausgerottet, wovon der Goldschakal profitierte», so Kunz.

Für den Menschen sei der Goldschakal jedoch harmlos: «Das Beuteschema ist ähnlich wie bei einem Fuchs. Er jagt vor allem kleine Säugetiere, Amphibien und Vögel, nimmt je nach Saison und Region aber auch pflanzliche Nahrung zu sich», so Kunz. Der Goldschakal ernähre sich teilweise auch von grösseren Beutetieren, allerdings meist als Aasfresser.

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