Aktualisiert 20.07.2017 10:06

HirntumorSenator John McCain hat Krebs

Nach der Entfernung eines Blutgerinnsels ist bei John McCain ein Hirntumor diagnostiziert worden. «Ich werde zurückkommen», lässt der Senator ausrichten.

von
chk

Schock für US-Senator: McCain wurde mit Krebs diagnostiziert. (Video: Tamedia/AFP)

Nach der Entfernung eines Blutgerinnsels ist bei dem US-amerikanischen Senator John McCain ein Hirntumor diagnostiziert worden. Das teilte McCains Büro am Mittwoch in Washington unter Berufung auf eine Stellungnahme seiner Ärzte mit. Diese legten offen, dass zu dem Blutgerinnsel ein als Glioblastom bekannter, aggressiver Tumor gehöre.

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«Ich werde zurückkommen»: US-Senator John McCain. (3. August 2010)

«Ich werde zurückkommen»: US-Senator John McCain. (3. August 2010)

Keystone/Jim Lo Scalzo
Bei einer Augenoperation wurde der Hirntumor festgestellt: US-Senator John McCain. (Archivbild)

Bei einer Augenoperation wurde der Hirntumor festgestellt: US-Senator John McCain. (Archivbild)

Keystone/Jacquelyn Martin
Der international bekannte Republikaner gilt als einer der einflussreichsten und profiliertesten Politiker in den USA: McCain beantwortet Journalistenfragen. (16. Mai 2017)

Der international bekannte Republikaner gilt als einer der einflussreichsten und profiliertesten Politiker in den USA: McCain beantwortet Journalistenfragen. (16. Mai 2017)

Keystone/Jim Lo Scalzo

«Der Senator und seine Familie prüfen nun weitere Behandlungsoptionen», hiess es. Möglich sei eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung. «Die Ärzte des Senators sagen, dass er sich von der Operation erstaunlich gut erholt und seine zugrundeliegende Gesundheit exzellent ist», hiess es. Auch McCain sei «guter Dinge» und «zuversichtlich, dass eine künftige Behandlung wirksam sein wird». Wann McCain in den US-Senat in Washington zurückkehren könne, müsse er noch mit seinen Ärzten klären.

Die Operation war am vergangenen Freitag in McCains Heimat, dem US-Staat Arizona, erfolgt. Sein Gesundheitszustand im Allgemeinen sei exzellent.

«Ich werde zurückkommen»

McCain hat erklärt, zurück in die Politik kommen zu wollen. Er werde etwas länger in seiner Heimat bleiben und sich behandeln lassen, aber dann zurückkehren, sagte McCains bester Freund in der Kongresskammer, Senator Lindsey Graham. Das habe er ihm in einem Telefonat am Mittwochabend versichert. Anschliessend hätten die beiden über die Gesundheitsgesetzgebung und einen Gesetzentwurf in der Verteidigungspolitik gesprochen.

«Betet. Gott weiss, wie das endet, nicht ich. Aber ich weiss: Diese Krankheit hatte noch nie einen würdigeren Gegner», sagte Graham.

Trump betet für McCain

US-Präsident Donald Trump hat dem hochrangigen Republikaner gute Besserung gewünscht. Er und First Lady Melania schickten ihre Gedanken und Gebete zu ihm, teilte Trump in einer Mitteilung am Mittwoch (Ortszeit) mit. McCain sei «immer ein Kämpfer» gewesen.

Die Tochter des Senators, Meghan McCain, äusserte sich auf Twitter zuversichtlich. «Meine Liebe für meinen Vater ist grenzenlos und wie jede Tochter kann ich und will ich nicht in einer Welt ohne ihn sein. Ich glaube daran, dass diese Tage noch weit entfernt bleiben.»

Ex-Präsident Barack Obama nannte McCain «einen der mutigsten Kämpfer, die ich je gekannt habe». Der Krebs wisse nicht, wem er gegenüberstehe, schrieb Obama auf Twitter. «Schick ihn zur Hölle, John.» McCain war 2008 gegen Obama im Rennen um das Präsidentenamt angetreten und verlor mit grossem Rückstand. Sein Flieger war im Vietnamkrieg abgeschossen worden, danach befand sich McCain fünfeinhalb Jahre in Kriegsgefangenschaft. Er sei ein amerikanischer Held, so Obama.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, beschrieb McCain als einen Helden des Landes, der sich vor keinem Kampf gescheut habe. Ähnlich äusserte sich auch der Gouverneur des US-Staates Arizona, in dem McCain zu Hause ist. McCain habe dem Land so gedient wie kaum ein anderer, sagte Doug Ducey.

Die Abwesenheit von McCain hatte McConnell dazu genötigt, eine Abstimmung über einen Gesundheitsgesetzentwurf in der Kammer zu verschieben. Dabei sollte es um die Abschaffung des bisherigen Gesetzes – auch bekannt unter Obamacare – und einen sofortigen Ersatz gehen. In der kommenden Woche wollen die Senatoren weiter über die Zukunft des Gesundheitssystems beraten. (chk/dapd/afp)

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