Schwere Vorwürfe: Senatorin wurde in der Air Force vergewaltigt
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Schwere VorwürfeSenatorin wurde in der Air Force vergewaltigt

Martha McSally hat vor einem Senatsausschuss in Arizona ihre schockierende Geschichte geteilt. Jahrelang sagte sie nichts, weil sie dem System nicht traute.

von
kat
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US-Senatorin Martha McSally schockierte mit ihren Aussagen während eines Senatsausschusses in Arizona.

US-Senatorin Martha McSally schockierte mit ihren Aussagen während eines Senatsausschusses in Arizona.

AP/J. Scott Applewhite
Die 52-jährige, die während 26 Jahren der Luftwaffe gedient hatte, berichtet, von einem Air-Force-Offizier vergewaltigt worden zu sein.

Die 52-jährige, die während 26 Jahren der Luftwaffe gedient hatte, berichtet, von einem Air-Force-Offizier vergewaltigt worden zu sein.

AP/J. Scott Applewhite
«Wie so viele andere habe ich dem System damals nicht vertraut. Ich habe mir selbst die Schuld gegeben. Ich habe mich geschämt und war verwirrt. Ich dachte, ich sei stark, aber ich habe mich machtlos gefühlt», so McSally.

«Wie so viele andere habe ich dem System damals nicht vertraut. Ich habe mir selbst die Schuld gegeben. Ich habe mich geschämt und war verwirrt. Ich dachte, ich sei stark, aber ich habe mich machtlos gefühlt», so McSally.

AP/J. Scott Applewhite

US-Senatorin Martha McSally ist ehemalige Berufssoldatin und war die erste Frau, die einen Kampfeinsatz flog. Am Mittwoch schockierte die Republikanerin mit ihren Aussagen vor einem Senatsausschuss in Arizona. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Mitglieder der Air Force. «Gewisse Personen missbrauchen ihre Machtposition in tiefgreifender Weise, in einem Fall wurde ich von einem vorgesetzten Offizier verfolgt und vergewaltigt.» Einen Namen nannte sie nicht.

Dieser Kampf sei «zutiefst persönlich», sagte die 52-Jährige, die während 26 Jahren der Luftwaffe diente. «Wie so viele andere habe ich dem System damals nicht vertraut. Ich habe mir selbst die Schuld gegeben. Ich habe mich geschämt und war verwirrt. Ich dachte, ich sei stark, aber ich habe mich machtlos gefühlt», so McSally.

Schliesslich habe sie sich entschieden, nicht aufzugeben, eine Stimme für die Frauen in der Armee zu sein – und später eine in der Politik.

Nachdem sie die Armee 2010 mit dem Rang eines Oberleutnants verlassen hatte, wurde Martha McSally in das Repräsentantenhaus gewählt. Ende 2018 übernahm sie den Sitz des verstorbenen John McCain.

Reaktion der Air Force

Die Air Force teilte mit, man sei entsetzt und bedauere zutiefst, was McSally widerfahren sei. Es verstosse gegen all das, was es bedeutet, ein «Airman» zu sein, heisst es in einem Statement von Sprecherin Carrie Volpe. «Wir stehen hinter ihr und allen Opfern sexuellen Missbrauchs.»

Laut eines vom Pentagon im Mai 2018 veröffentlichten Berichts stieg die Zahl der in der Armee gemeldeten sexuellen Übergriffe zwischen Oktober 2016 und September 2017 um zehn Prozent. Das US-Militär hat 1,3 Millionen Menschen im aktiven Dienst.

Der republikanische Senator Lindsey Graham lobte McSally für den Mut, ihre Geschichte zu erzählen. «Ich hoffe, dass es anderen hilft», schrieb er auf Twitter.

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