Bezirksgericht Zürich: Senior vergewaltigt 16-jährige Nachbarin

Aktualisiert

Bezirksgericht ZürichSenior vergewaltigt 16-jährige Nachbarin

Erst bezahlte er sie für Sex, dann drohte er ihr: Ein Rentner hat eine Schülerin in Zürich-Nord wiederholt vergewaltigt. Nun kassierte er eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.

von
Attila Szenogrady
Das Bezirksgericht Zürich hat das Urteil gegen den 67-jährigen Vergewaltiger von Zürich-Nord jetzt bekanntgegeben.

Das Bezirksgericht Zürich hat das Urteil gegen den 67-jährigen Vergewaltiger von Zürich-Nord jetzt bekanntgegeben.

Die Vorgehensweise des heute 67-jährigen Rentners aus Zürich-Nord war laut Anklage nicht nur raffiniert, sondern auch sehr perfid. Die Vorwürfe gingen auf den August 2011 zurück. Damals kam es im Schlafzimmer des beschuldigten Serben zum Geschlechtsverkehr. Allerdings nicht mit seiner Ehefrau, sondern mit einer damals 16-jährigen Schülerin, die in der gleichen Liegenschaft wohnte. Dass es trotz des erheblichen Altersunterschiedes von rund 50 Jahren zum einvernehmlichen Sex gekommen war, lag am Preis, den der Rentner für das heimliche Abenteuer aufbringen musste: 200 Franken.

Danach war die Sache für die junge Schweizerin mit Wurzeln in Ex-Jugoslawien gemäss Staatsanwaltschaft abgeschlossen. Nicht aber für den Pensionär, der nun seine junge Nachbarin massiv unter Druck setzte und erneut Sex verlangte. Diesmal jedoch kostenlos. Andernfalls werde er ihre Eltern darüber informieren, dass er mit ihr bereits geschlafen und dafür Geld gegeben habe. Zudem werde er ihren Vater darüber unterrichten, dass sie nicht nur rauche, sondern auch kiffe und bei «sturmfreien» Anlässen von männlichen Jugendlichen Besuch erhalte, drohte er.

Drei Mal Sex gegen ihren Willen

Mit massiven Folgen: So war die Schülerin aufgrund der grossen Angst vor den möglichen Folgen so stark eingeschüchtert, dass sie sich bis zum Januar 2012 gleich drei Mal gegen ihren Willen dem betagten Sex-Täter hingab.

Zudem kam es im Februar 2012 zu einem weiteren Vorfall: Als sich die Eltern der Geschädigten damals in den Ferien aufhielten, lockte der Beschuldigte die Schülerin unter einem Vorwand in seine Wohnung. Dort küsste er von hinten nicht nur die rechte Halsseite, sondern griff ihr auch über den Kleidern an die Brüste. Was die Untersuchungsbehörden später neben den Vergewaltigungen als sexuelle Belästigung einklagten. Das Opfer hatte seinen Nachbarn nach dem letzten Vorfall verzeigt.

Dem Opfer geglaubt

Der nicht geständige Beschuldigte – er stellte sämtliche sexuellen Kontakte in Abrede – musste sich bereits vor einem Jahr am Bezirksgericht Zürich verantworten. Wegen mehrfacher Vergewaltigung sowie sexueller Belästigung drohte ihm eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren.

In seinem im letzten November gefällten und nun eröffneten Entscheid hat das Gericht dem Opfer geglaubt. Demnach wurde der Rentner umfassend schuldig gesprochen und zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. 18 Monate davon unbedingt, wobei er bereits 356 Tage in Untersuchungshaft verbüsst hat. Der Pensionär wurde zudem verpflichtet, der Geschädigten ein Schmerzensgeld von 15 000 Franken zu entrichten.

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