Aktualisiert 05.08.2008 15:05

Generationenbericht SchweizSenioren als Wirtschaftsmotor

Die alten Menschen sind primär eine Last? Von wegen. Die älteren Semester halten die Wirtschaft in Schwung – und sie sind das Brot der Jugend, wie eine aktuelle Studie belegt.

von
Lukas Mäder

Mehr Kinder braucht das Land, lautet eine häufige Forderung zur Rettung der AHV. Um die schweizerischen Sozialwerke zu sichern, müsste jede Frau in der Schweiz 2,1 Kinder bekommen. Doch mehr Kinder brächten auch Nachteile, sagt der «Generationenbericht Schweiz» des Nationalfonds, der heute veröffentlicht wurde.

«Viele sozialpolitische Probleme gehen nicht auf die Alterung der Bevölkerung zurück», sagt François Höpflinger, Professor an der Universität Zürich und Mitautor der Studie. So seien nur 20 bis 30 Prozent der steigenden Gesundheitskosten auf Alterung zurückzuführen. «Für die Sicherung der AHV ist vor allem Wirtschaftswachstum nötig», sagt Höpflinger. Dafür brauche es eine gute Ausbildung der Jugend.

Ein plötzlicher Babyboom würde kurzfristig Nachteile bringen. «Mehr Leute wären nicht erwerbstätig», sagt Höpflinger. Die Belastung der Familien würden ansteigen. «Wir haben aber nichts gegen Kinder», betont Höpflinger. In der Vergangenheit hat die Schweiz ihre demographischen Probleme hauptsächlich durch die Einwanderung junger Arbeitskräfte gelöst. Höpflinger weiss nicht, ob dies auch in Zukunft noch so sein wird: «In 50 Jahren leben vielleicht weniger Personen in der Schweiz, konzentriert auf das Mittelland.»

Die ältere Bevölkerung bringt der Schweiz auch wirtschaftliche Vorteile. Ihr Bedürfnis nach Pflege und medizinischer Betreuung schafft Arbeitsplätze und damit Einkommen für Jüngere. Die gesunden Senioren sorgen durch ihren Konsum für Wirtschaftsaufschwung. «Wenn alle AHV-Rentner ein halbes Jahr ihr Geld im Ausland ausgeben würden, hätte die Schweiz eine Wirtschaftskrise», sagt Höpflinger. Zudem sei die Wirtschaft der Schweiz gut gerüstet: Vermögensverwaltung, die Pharma- und Medizinalindustrie sowie der Tourismus seien Bereiche, die stark von Senioren profitieren.

Der «Generationenbericht Schweiz» untersucht erstmals umfassend die Beziehungen der Generationen zueinander. Die Studie der Autoren François Höpflinger (Universität Zürich) und Pasqualina Perrig-Chiello (Universität Bern) entstand im Rahmen des Nationales Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52), in dem seit 2003 für insgesamt 12 Millionen Franken 29 Forschungsprojekte durchgeführt wurden. In Kürze erscheint in diesem Rahmen der Bericht «Kindheit und Jugend in der Schweiz». www.nfp52.ch

Der «Generationenbericht Schweiz» untersucht erstmals umfassend die Beziehungen der Generationen zueinander. Die Studie der Autoren François Höpflinger (Universität Zürich) und Pasqualina Perrig-Chiello (Universität Bern) entstand im Rahmen des Nationales Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52), in dem seit 2003 für insgesamt 12 Millionen Franken 29 Forschungsprojekte durchgeführt wurden. In Kürze erscheint in diesem Rahmen der Bericht «Kindheit und Jugend in der Schweiz». www.nfp52.ch

Der «Generationenbericht Schweiz» untersucht erstmals umfassend die Beziehungen der Generationen zueinander. Die Studie der Autoren François Höpflinger (Universität Zürich) und Pasqualina Perrig-Chiello (Universität Bern) entstand im Rahmen des Nationales Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52), in dem seit 2003 für insgesamt 12 Millionen Franken 29 Forschungsprojekte durchgeführt wurden. In Kürze erscheint in diesem Rahmen der Bericht «Kindheit und Jugend in der Schweiz». www.nfp52.ch

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