Zürich-Albisrieden: Seniorin mit Range Rover zwei Mal überrollt – tot
Aktualisiert

Zürich-AlbisriedenSeniorin mit Range Rover zwei Mal überrollt – tot

Ein Autofahrer hat eine Fussgängerin mit dem Heck erfasst und gleich zwei Mal überrollt. Der Staatsanwalt fordert eine hohe Geldstrafe, die Verteidigung einen Freispruch.

von
A. Szenogrady
Der tragische Unfall ereignete sich bei der Einmündung einer Privat- in die Albisriederstrasse.

Der tragische Unfall ereignete sich bei der Einmündung einer Privat- in die Albisriederstrasse.

Am Bezirksgericht Zürich hat am Mittwoch der Prozess um eine fahrlässige Tötung begonnen. Der tragische Unfall ging auf den 6. Oktober 2011 zurück. Damals fuhr der heute 44-jährige Lenker eines Geländewagens der Marke Range Rover um die Mittagszeit in Zürich-Albisrieden rückwärts aus einer Privatstrasse heraus. Er fuhr im Schritttempo rückwärts und machte im Bereich des Trottoirs mehrere Zwischenhalte.

Laut Anklage übersah der Lenker wegen einer Hecke eine 72-jährige Passantin, die sich über das Trottoir bewegte. Fest steht, dass die Seniorin stürzte und unter das Auto geriet. Worauf der Beschuldigte die Rentnerin ein erstes Mal überrollte. Anschliessend fuhr er geradeaus und überfuhr die Fussgängerin ein zweites Mal. Erst jetzt nahm er Geräusche wahr und hielt an. Allerdings kam für die Frau jegliche Hilfe zu spät. Sie verstarb vor Ort an einem massiven Schädel-Hirn-Trauma.

«Opfer pflichtwidrig übersehen»

Dem Unfallverursacher droht wegen fahrlässiger Tötung eine bedingte Geldstrafe von 12 500 Franken. Zudem soll er die Verfahrenskosten von über 25 000 Franken tragen. Laut Staatsanwalt Jürg Boll hatte der Beschuldigte das Opfer in einem toten Winkel pflichtwidrig übersehen. Er wäre verpflichtet gewesen, entweder eine Hilfsperson beizuziehen oder im Hinterhof zu wenden, plädierte er.

Der Verteidiger sah es anders und forderte einen Freispruch. Sein Klient sei langsam gefahren und habe alle Vorsichtsregeln eingehalten. Der Vorfall entspreche einem tragischen Unfall, aber nicht einer fahrlässigen Tötung. Das Gericht kam noch zu keinem Urteil und wird den Entscheid den Parteien schriftlich zustellen.

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