Aktualisiert 07.06.2006 20:29

Sennen in Not: Auf der Alp eingeschneit

Ausnahmezustand auf den Ostschweizer Alpen: Der viele Schnee stürzt die Sennen in Futternöte, Alpaufzüge mussten verschoben werden.

«Ein 67-jähriger Bauer war letzte Woche drei Tage lang mit seinen Tieren auf der Alp eingeschneit. Erst dann räumte ein befreundeter Bauer den halben Meter Schnee von der Strasse, damit der Mann Nachschub holen konnte», erzählt Bruno Inauen, Landwirtschaftssekretär des Kantons Appenzell Innerrhoden. Das kalte Wetter der vergangenen Tage stürzte nicht nur den 67-Jährigen in arge Nöte.

Für die Bergbauern der Ostschweiz herrschte in den vergangenen Tagen Ausnahmezustand, und viele mussten den Alpaufzug verschieben. «Ich kann mich nicht erinnern, dass je zuvor eine ähnlich schlechte Wetterlage herrschte», sagt Inauen. Das grösste Problem der Bauern war das Futter.

«Der Schnee war so hoch, dass auf der Alp weder Kühe noch Geissen etwas zu fressen fanden», sagt Bauer Emil Enzlinger aus Appenzell. Darum musste er mit dem Traktor Futter aus dem Tal hinaufkarren. «Zufütterung auf der Alp ist verboten, das war aber eine Notsituation», sagt Landwirtschaftssekretär Inauen.

Noch schlimmer traf es die Bergbauern im Vorarlberg. Dort wurden wegen des schlechten Wetters rund 1000 Rinder und Kühe wieder zurück ins Tal gebracht.

(ann)

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