Sens Unik: «Wir müssen uns Gehör verschaffen»

Aktualisiert

Sens Unik: «Wir müssen uns Gehör verschaffen»

Neues von Sens Unik: Die Lausanner Hip-Hop-Combo veröffentlicht heute ihr Album «Mea Culpa». Just One und Carlos erklären 20 Minuten, weshalb Sens Unik zu ihren Wurzeln zurückkehren.

Ihr habt letzte Woche im Zürcher Mascotte den Videoclip zur Single «Charlie» präsentiert. Ein trauriger Film...

Carlos: Ja, Charlie bringt sich um. Eine wahre Geschichte, wie sie heute in den Medien täglich nachzulesen ist.

Aber nicht jeden Tag bringt sich jemand in einer TV-Show um. Das musst du erklären.

Carlos: Charlie ist jung und möchte ein Star werden. Ein Rockstar. Das ist das Ziel von allen Teenagern. Karaoke-TV-Shows wie «MusicStar» oder «DSDS» verkaufen diese unrealistischen Träume und spielen mit den Fantasien der Kids. Das ist schlimm. Wer Musiker werden will, muss wissen, dass der Weg zum Erfolg sehr lang und steinig ist. Ich hoffe für Carmen und Co., dass sie sich nicht zu grosse Hoffnungen machen und mit Niederlagen umgehen können.

Würdet ihr mit Castingshow-Stars arbeiten?

Carlos: Nein. Nie im Leben.

Zurück zu «Mea Culpa». Ihr kehrt auf dem neuen Album zu euren Wurzeln zurück.

Just One: Absolut. Die Songs sind nicht mehr so dancelastig wie bei «Abracadabra». Mehr Hip-Hop, mehr Funk und Soul und Texte, die wachrütteln sollen.

Carlos: Als wir «Abracadabra» auf den Markt brachten, wollten wir einen neuen Weg beschreiten. Die Zeit war reif dafür. Jetzt ist die Situation wieder anders. In der aktuellen politischen Lage müssen sich Musiker wie wir mit ihren Statements Gehör verschaffen. Unser Song «Les larmes de l'Amérique» ist so ein Beispiel dafür.

Ralph Hennecke

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