Wilde Vorwürfe: Sensation dank Sextoys? 19-Jähriger soll Schach-Star mit Analperlen besiegt haben

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Wilde VorwürfeSensation dank Sextoys? 19-Jähriger soll Schach-Star mit Analperlen besiegt haben

Sowas hat man in der sonst so gesitteten Schach-Welt noch nie gesehen. Offenbar soll der Amerikaner Hans Niemann gegen den norwegischen Weltmeister Magnus Carlsen dank manipulierter Analperlen gewonnen haben.

von
Florian Gnägi
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Ausgekugelt mit Liebeskugeln? Der 19-jährige Schach-Shootingstar Hans Niemann sieht sich heftigen Vorwürfen ausgesetzt.

Ausgekugelt mit Liebeskugeln? Der 19-jährige Schach-Shootingstar Hans Niemann sieht sich heftigen Vorwürfen ausgesetzt.

Twitter/ChessbaseIndia
Offenbar soll er den Schach-Weltmeister Magnus Carlsen (l). mit der Hilfe von Analperlen besiegt haben.

Offenbar soll er den Schach-Weltmeister Magnus Carlsen (l). mit der Hilfe von Analperlen besiegt haben.

Twitter/ChessbaseIndia
Carlsen zog sich nach der Niederlage gegen Niemann zum ersten Mal überhaupt von einem Turnier vorzeitig zurück.

Carlsen zog sich nach der Niederlage gegen Niemann zum ersten Mal überhaupt von einem Turnier vorzeitig zurück.

IMAGO/ZUMA Wire

Darum gehts

Magnus Carlsen ist der grösste Superstar im Schach, seit 2013 Weltmeister und hat schon einiges erlebt in seiner Karriere. Vorzeitig aus einem Turnier zurückgezogen hat sich der Norweger aber noch nie – bis letzten Sonntag.

Nach seiner Niederlage gegen den Amerikaner Hans Niemann beim Sinquefield Cup in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri reiste Carlsen frühzeitig von dem Event ab und postete danach einen rätselhaften Tweet, indem er einen alten Video-Ausschnitt von Fussball-Star-Trainer José Mourinho anheftete. Nach einer Pleite mit seinem Ex-Club Chelsea hatte Mourinho damals vor laufenden Kameras gesagt: «Ich ziehe es vor, nicht zu sprechen. Wenn ich spreche, bin ich in grossen Schwierigkeiten.»

Kanadier spekulieren

Was genau der Schach-Superstar damit andeuten will, bleibt zunächst offen. Für die Schach-Fans im Internet ist jedoch schnell klar: Carlsen unterstellt seinem Gegner Betrug, zumal der Amerikaner schon in der Vergangenheit zwei Mal wegen unterschiedlicher betrügerischen Aktivitäten gesperrt wurden.

Der Vorwurf, dem sich der 19-Jährige dieses Mal ausgesetzt sieht, ist kurios. So mutmassen die beiden kanadischen Grossmeister Eric Hansen und Aman Hambleton in einem Livestream auf Twitch nämlich, dass Niemann manipulierte Analperlen verwendet habe, die ihm mit entsprechenden Signalen richtige Spielzüge «anzeigen» sollten.

Selbst Elon Musk meldet sich zu Wort

Wie soll so etwas möglich sein? Gemäss der Theorie der Schach-Cracks aus Kanada könnte sich Niemann die Sextoys (eine Reihe von miteinander verbundene Kugeln) in den Hintern eingeführt und möglicherweise von einem Helfer Vibrationen per Fernsteuerung empfangen haben.

Selbst Tesla-Boss Elon Musk lassen diese wilden Gedankenspiele nicht kalt. Der 51-Jährige äusserte sich auf Twitter dazu mit einem Zitat des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer und schrieb: «Talent trifft ein Ziel, das niemand sonst treffen kann, Genie trifft ein Ziel, das niemand sehen kann (weil es im Po steckt)». Inzwischen hat Musk seinen Tweet aber wieder gelöscht.

Niemann betrog als Junior

Wie hoch der Wahrheitsgehalt dieser Analperlen-Theorie ist, bleibt fraglich. Dass bei der Carlsen-Pleite etwas nicht stimmt, ist für den Grossmeister und Schach-Streamer Hikaru Nakamura jedoch sonnenklar. Gemäss einem Bericht des «Guardian» verteidigte Nakamura seinen langjährigen Kontrahenten nach der überraschenden Niederlage und meinte: «Magnus würde so etwas in einer Million Jahren nicht tun. Das macht er einfach nicht. Er ist der ultimative Wettkämpfer, er ist ein Weltmeister.»

Niemann selbst gibt in einem Interview zu, dass er in früheren Zeiten mit der Hilfe des Computers etwas gemogelt habe. «Ich habe bei zufälligen Partien auf Chess.com betrogen. Ich wurde damit konfrontiert», so der Amerikaner, der die vergangenen Tricksereien mittlerweile bereut: «Das ist der grösste Fehler meines Lebens». Die aktuellen Anal-Anschuldigungen weist der Carlsen-Besieger aber wütend zurück. Er wittert Missgunst seiner Konkurrenten und poltert: «Wenn sie wollen, dass ich mich völlig nackt ausziehe, werde ich es tun. Denn ich weiss, dass ich sauber bin.» 

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