Serbe boykottiert eigenes Tribunal
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Serbe boykottiert eigenes Tribunal

Ein früherer Ministerpräsident der bosnischen Serben hat den Auftakt seines Kriegsverbrecherprozesses boykottiert.

Gojko Klickovic weigerte sich am Dienstag, seine Gefängniszelle zu verlassen, um vor dem Tribunal in Sarajevo zu erscheinen. Das Verfahren wurde daraufhin auf kommenden Donnerstag vertagt. Klickovic wird beschuldigt, während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995 Kriegsverbrechen gegen kroatische und muslimische Gefangene sowie Zivilpersonen verübt zu haben.

Nach dem Friedensabkommen von Dayton war der Angeklagte drei Jahre lang Ministerpräsident der Bosnisch-Serbischen Republik, die gemeinsam mit der Muslimisch-Kroatischen Föderation den heutigen Staat Bosnien-Herzegowina bildet. Später wurden ihm Kriegsverbrechen vorgeworfen, woraufhin er untertauchte. 2006 wurde er in Belgrad verhaftet und ein Jahr später an Bosnien ausgeliefert. (dapd)

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