Belgrad: Serbiens Militär beantragt Erlaubnis für Einrücken in den Kosovo 

Aktualisiert

BelgradSerbiens Militär beantragt Erlaubnis für Einrücken in den Kosovo 

Die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo dauern an. Bereits vergangene Woche wurden serbische Truppen in der Nähe der kosovarischen Grenze gesichtet.

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Das serbische Militär hat bei der Nato-geführten Friedenstruppe KFOR die Erlaubnis beantragt, mit 1000 Mann in den Kosovo einrücken zu können.

Das serbische Militär hat bei der Nato-geführten Friedenstruppe KFOR die Erlaubnis beantragt, mit 1000 Mann in den Kosovo einrücken zu können.

REUTERS
Die KFOR ist im Kosovo zu friedenserhaltenden Massnahmen vor Ort. 

Die KFOR ist im Kosovo zu friedenserhaltenden Massnahmen vor Ort. 

AFP
Auch Schweizer Swisscoy-Soldaten sind im Kosovo stationiert.

Auch Schweizer Swisscoy-Soldaten sind im Kosovo stationiert.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Seit Monaten halten die Spannungen rund um den Kosovo an.

  • Vergangene Woche wurden mehrere gepanzerte Fahrzeuge der serbischen Armee in der Nähe der kosovarischen Grenze gesichtet.

  • US-Diplomaten hatten aber bereits im Vorfeld erklärt, dass die Erteilung einer solchen Erlaubnis ausgeschlossen sei.

Das serbische Militär hat bei der Nato-geführten Friedenstruppe KFOR die Erlaubnis beantragt, mit 1000 Mann in den Kosovo einrücken zu können. Ein entsprechendes Schreiben überreichte eine serbische Armeedelegation am Freitag am serbisch-kosovarischen Grenzübergang Merdare an KFOR-Offiziere, wie der serbische Verteidigungsminister Milos Vucevic mitteilte.

US-Diplomaten hatten aber bereits im Vorfeld erklärt, dass die Erteilung einer solchen Erlaubnis ausgeschlossen sei. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hatte dennoch am Donnerstagabend im staatlichen Fernsehsender RTS angekündigt, sie zu beantragen.

Kosovo gehörte bis 1999 zu Serbien

Vucic berief sich auf eine UN-Sicherheitsratsresolution aus dem Jahr 1999, die die Anwesenheit serbischer Sicherheitskräfte im Kosovo als Möglichkeit erwähnt. Eine solche wäre aber auf ein enges Mandat begrenzt und strikt an die Zustimmung der KFOR gebunden.

Der Kosovo gehörte bis 1999 zu Serbien. Nach einer Nato-Intervention gelangte es zunächst unter die Verwaltung der UN-Mission Unmik. 2008 erklärte es sich für unabhängig. Die KFOR sorgt bis heute für die militärische Sicherheit des Landes.

Die Führung in Belgrad erkennt die Eigenstaatlichkeit seiner einstigen Provinz nicht an. Ethnische Serben, die in einem kompakten Siedlungsgebiet im Nord-Kosovo leben, instrumentalisierte sie auch jüngst wieder, um Spannungen anzuheizen.

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(dpa/fos)

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