Aktualisiert 29.04.2008 15:13

Serbien nimmt ersten Schritt Richtung EU

Die EU hat heute ein jahrelang umstrittenes Schlüsselabkommen mit Serbien unterzeichnet. Dieses ebnet dem südeuropäischen Land den Weg zur Europäischen Union.

Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen, das von Vertretern der 27 EU-Regierungen und dem stellvertretenden serbischen Ministerpräsidenten Bozidar Djelic in Luxemburg unterschrieben wurde, ist für Serbien der erste Schritt auf dem Weg zu einem möglichen EU-Beitritt.

In Kraft treten kann das Abkommen aber erst, wenn die EU Serbien eine vollständige Zusammenarbeit mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bescheinigt. Die Niederlande und Belgien machen dies von einer Auslieferung des früheren Generals der bosnischen Serben, Ratko Mladic, an Den Haag abhängig. Dieser befindet sich bislang noch auf freiem Fuss, sein Aufenthaltsort ist unbekannt.

Die Serben wählen am 11. Mai ein neues Parlament, da die Regierung in Belgrad sich nach der Anerkennung der abtrünnigen Provinz Kosovo durch viele EU-Staaten über die Europapolitik zerstritt und zurücktrat. Die nationalistischen Kräfte liegen bei Umfragen wegen der Enttäuschung in Serbien über den Verlust des Kosovo vorn.

Serbiens Aussenminister Vuk Jeremic, der an dem Treffen in Luxemburg ebenfalls teilnahm, unterstrich bereits am Morgen die Bedeutung des Abkommens mit der EU für das pro-europäische Lager. Die grosse Mehrheit der Serben fühle sich der europäischen Integration stark verpflichtet, sagte er.

(dapd)

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