Aleksandar Vucic: Serbien-Präsident warnt vor «Konflikt globalen Ausmasses»

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Aleksandar VucicSerbien-Präsident warnt vor «Konflikt globalen Ausmasses»

Gemäss dem serbischen Präsidenten Vucic könnte sich der Konflikt in der Ukraine bald massiv vergrössern. Derweil streicht Putin die guten Beziehungen zu Serbien heraus.

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Der serbische Präsidente Aleksandar Vucic geht davon aus, dass Wladimir Putin noch am Dienstagabend eine Ausweitung des Krieges in der Ukraine ankündigen wird.

Der serbische Präsidente Aleksandar Vucic geht davon aus, dass Wladimir Putin noch am Dienstagabend eine Ausweitung des Krieges in der Ukraine ankündigen wird.

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«Ich gehe davon aus, dass wir uns von der Phase einer speziellen Militäroperation auf einen grossen militärischen Konflikt zubewegen», so Vucic am Rande der UN-Vollversammlung in New York.

«Ich gehe davon aus, dass wir uns von der Phase einer speziellen Militäroperation auf einen grossen militärischen Konflikt zubewegen», so Vucic am Rande der UN-Vollversammlung in New York.

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«Die Frage ist, wo die Grenzen liegen und ob wir in einiger Zeit in einen grossen militärischen Konflikt eintreten wollen», sagte der serbische Präsident weiter.

«Die Frage ist, wo die Grenzen liegen und ob wir in einiger Zeit in einen grossen militärischen Konflikt eintreten wollen», sagte der serbische Präsident weiter.

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Darum gehts

  • Der Präsident Serbiens sieht eine baldige Verschärfung des Kriegs in der Ukraine. 

  • Die entsprechende Ankündigung Putins erwartet er für Dienstagabend.

  • Putin betont die guten Beziehungen zwischen Russland und Serbien.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat am Rande der UN-Vollversammlung erklärt, er erwarte eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen dem Westen und Russland und China sowie eine Eskalation des bewaffneten Konflikts auf internationaler Ebene, wie die russische staatliche Nachrichtenagentur RIA berichtet.

Putin-Rede für Dienstagabend erwartet

Der serbische Staatschef hält sich in New York auf, wo er an der UN-Vollversammlung teilnehmen wird. Er sagte, er sei am Rande der Veranstaltung von vielen russischen Medien angesprochen worden, habe aber nicht mit ihnen sprechen können, bevor er die für Dienstagabend erwartete Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin gehört habe.

«Es ist nicht schwer zu erraten, was Präsident Putin im Wesentlichen sagen wird. Ich gehe davon aus, dass wir uns von der Phase einer speziellen Militäroperation auf einen grossen militärischen Konflikt zubewegen, und die Frage ist, wo die Grenzen liegen und ob wir in einiger Zeit – vielleicht in ein oder zwei Monaten – in einen grossen militärischen Konflikt eintreten wollen, wie wir ihn seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr hatten», so Vucic im serbischen Rundfunk und Fernsehen.

Putin streicht Beziehungen zu Serbien heraus

Derweil hat Putin den bosnischen Serbenführer Milorad Dodik empfangen und die Beziehungen zu Serbien herausgestrichen«Russland und Serbien sind durch eine strategische Partnerschaft verbunden», sagte Putin am Dienstag, wie serbische Medien berichteten. Er telefoniere regelmässig mit Präsident Aleksandar Vucic über Schlüsselfragen und die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit.

Dodik unterstützte den Krieg Russlands gegen die Ukraine. Der Westen habe jahrelang «nicht auf die Ausrottung der russischen Bevölkerung» in der Ukraine reagiert, sagte Dodik am Vorabend seines Treffens mit Putin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Im Donbass habe es täglich Mord und Bombardierungen gegeben. «Russland war gezwungen, zurückschlagen», sagte Dodik.

Bosnischer Serbenführer verfolgt separatistische Politik

Dodik ist der serbische Vertreter in der Präsidentschaft Bosnien-Herzegowinas und hat sich offen für die Loslösung des von Serben kontrollierten Landesteils ausgesprochen, der sich dann Serbien anschliessen solle. Russland unterstützt Dodiks separatistische Politik. Der Westen wirft Moskau vor, Bosnien-Herzegowina und die übrige Balkanregion mit Hilfe von verbündeter Politiker destabilisieren zu wollen.

Serbien hat sich zwar um eine EU-Mitgliedschaft beworben, unter Vucic aber immer mehr an Russland angenähert. 

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(DPA/bre)

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