Nach Eskalation: Serbien und Kosovo legen Zollstreit bei
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Nach EskalationSerbien und Kosovo legen Zollstreit bei

Serbien anerkennt den kosovarischen Zollstempel nicht, da das Land die Unabhängigkeit der einstigen Provinz nicht akzeptiert. Dank Vermittlungen der EU konnte jetzt ein Kompromiss durchgesetzt werden.

US-Soldaten bewachen die Grenze zwischen Kosovo und Serbien.

US-Soldaten bewachen die Grenze zwischen Kosovo und Serbien.

Nach langen Verhandlungen haben Serbien und der Kosovo ihren Streit über Zollstempel am Freitag beigelegt. Das Abkommen ermöglicht die Wiederaufnahme von Handelsbeziehungen zwischen beiden Staaten und wurde erzielt, nachdem Vermittler der EU einen Kompromiss vorgeschlagen hatten, wie Diplomaten in Brüssel erklärten.

Serbien lehnt die Anerkennung kosovarischer Zollstempel ab, da es die Unabhängigkeitserklärung der einstigen Provinz bislang nicht akzeptiert hat. Die Einigung sieht nun vor, dass auf Dokumenten und Stempeln künftig nicht «Republik Kosovo» sondern «Kosovarischer Zoll» steht.

«Das ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Beziehungen in der Region und zur Sicherstellung des freien Warenverkehrs», hiess es in einer Stellungnahme der EU. der Kosovo wertete das Abkommen als versteckte Anerkennung seiner Unabhängigkeit. «Serbien akzeptiert die Zollstempel, die in unserem Land in Gebrauch sind», sagte die kosovarische Unterhändlerin Edita Tahiri. «Soweit es den freien Handel und das Zollwesen betrifft, ist das praktisch die gegenseitige Anerkennung zweier Staaten.»

Eskalation Ende Juli

Der Konflikt um die Zollstempel war Ende Juli eskaliert. Im mehrheitlich von ethnischen Serben bewohnten Norden des Kosovos war es daraufhin zu den schwersten Auseinandersetzungen seit 2008 gekommen. Dabei kam ein Polizist aus dem Kosovo ums Leben.

Zuvor waren kosovarische Sondereinheiten in einer Nacht- und Nebelaktion an die Grenze vorgerückt, um zwei Kontrollstationen zu sichern. Aufgebrachte Serben setzen daraufhin einen der Grenzposten in Brand. Angesicht der Spannungen entsandten Deutschland und Österreich zusätzliche Soldaten zur Unterstützung der KFOR-Truppen, die seit dem Ende des Kosovokrieges 1999 in der Region stationiert sind. (dapd)

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