Australien vs. Serbien: Serbiens verpasste Chance
Aktualisiert

Australien vs. SerbienSerbiens verpasste Chance

Australien hat sich mit einem 2:1-Sieg gegen Serbien erhobenen Hauptes aus dem WM-Turnier verabschiedet. Serbien aber wird am WM-Out noch zu knabbern haben.

von
si/mon

Die Serben, denen ein einfacher Sieg gereicht hätte, werden sich über die verpasste Achtelfinal-Qualifikation noch lange ärgern.

Die Australier zeigten in der «Halbzeit der allerletzten Chance» plötzlich und endlich, was offensiv in ihnen steckt. Das Team von Pim Verbeek verstärkte die Angriffsbemühungen, um doch noch zum nötigen hohen Sieg zu kommen und hatte durch Jason Culina und Mark Bresciano erste gefährliche Aktionen. Erst ein Doppelwechsel des Holländers Verbeek (66.) brachte dann aber den gewünschten Erfolg und die Ersatzleute waren massgeblich daran beteiligt: Basels Scott Chipperfield segelte an einer Flanke zwar vorbei, hinter ihm konnte der nach einer Sperre ins Team zurückgekehrte Tim Cahill aber einnicken (69.). Und weitere vier Minuten später traf der ebenfalls eingewechselte Brett Holman per Distanzschuss mit seinem zweiten Turniertor.

Aufgrund des Resultates in Johannesburg mussten nun die Australier aber weiter angreifen, es fehlten ihnen noch zwei Tore; die Serben mussten sowieso alles nach vorne werfen, sie hätten dreimal skoren müssen. Das Team von Radomir Antic war nach dem Wechsel unerklärlicherweise in völlige Lethargie verfallen und hatte das Spieldiktat praktisch ausschliesslich den «Socceroos» überlassen. Nun versuchten die Serben zwar zu retten, was noch zu retten war, aber zu spät - einzig Marko Pantelic, auch er ein Einwechselspieler, konnte noch Resultatkosmetik betreiben (84.).

So schieden auch die Ballkünstler aus dem früheren Jugoslawien trotz hervorragender Ausgangslage aus. Da ist es ein schwacher Trost, dass sie insgesamt einen stärkeren Eindruck hinterliessen als der Vorgängerstaat Serbien-Montenegro, der 2006 mit drei Niederlagen und 2:10 Toren als schwächstes Team der ganzen WM keinen Staat gemacht hatte.

In der ersten Halbzeit hatte nur wenig auf eine solche Entwicklung hingedeutet. Die Serben, nach dem Prestigesieg gegen Deutschland zurecht mit stolzgeschwellter Brust angetreten, führten in der beidseitig offen geführten Partie, die feinere Klinge. Dank einer klaren Überlegenheit im Mittelfeld erspielten sie sich immer wieder Torchancen. Dabei nützten sie auch aus, dass die Australier auf der linken Abwehrseite klare Defizite hatten, dort, wo erstaunlicherweise David Carney den Vorzug vor Chipperfield erhalten hatte.

Der erneut sehr wirblige Milos Krasic hatte die ersten beiden guten Möglichkeiten (6./12). Der zukünftige Sturmpartner von Seydou Doumbia bei ZSKA Moskau war aber im Abschluss etwas zu wenig kaltblütig. Australiens Goalie Mark Schwarzer verhinderte dann mit einer mirakulösen Abwehr gegen Branislav Ivanovic den Rückstand (23.). Insgesamt fehlte den Serben aber die letzte Konsequenz, was sie bei de Analyse zweifelsfrei bitter bereuen werden.

Australien - Serbien 2:1 (0:0)

Mbombela, Nelspruit. - 35 000 Zuschauer. - SR Larrionda (Uru).

Tore: 69. Cahill 1:0. 73. Holman 2:0. 84. Pantelic 2:1.

Australien: Schwarzer; Wilkshire (82. Garcia), Neill, Beauchamp, Carney; Valeri (66. Holman), Culina; Emerton, Cahill, Bresciano (66. Chipperfield); Kennedy.

Serbien: Stojkovic; Ivanovic, Lukovic, Vidic, Obradovic; Kuzmanovic (77. Lazovic), Stankovic; Krasic (62. Tosic), Jovanovic, Ninkovic; Zigic (67. Pantelic).

Bemerkungen: Australien ohne Kewell, Moore (beide gesperrt) und Grella (verletzt). Verwarnung: 18. Lukovic (Foul). 49. Beauchamp (Foul). 50. Wilkshire (Foul). 59. Ninkovic (Foul). 67. Emerton (Foul).

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