Krieg in der Ukraine : «Gefahr eines dritten Weltkriegs ist real»
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Krieg in der Ukraine «Gefahr eines dritten Weltkriegs ist real»

Der russische Aussenminister Lawrow vergleicht die aktuelle Situation mit der Kubakrise. Das Risiko eines dritten Weltkriegs dürfe nicht unterschätzt werden. 

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Warnt vor einem dritten Weltkrieg: der russische Aussenminister Lawrow.

Warnt vor einem dritten Weltkrieg: der russische Aussenminister Lawrow.

Alexander Zemlianichenko / POOL / AFP
Das Projekt New Start, der Vertrag über die strategische atomare Abrüstung, ist das einzige verbliebene grosse Abkommen zur Rüstungskontrolle der USA mit Russland.

Das Projekt New Start, der Vertrag über die strategische atomare Abrüstung, ist das einzige verbliebene grosse Abkommen zur Rüstungskontrolle der USA mit Russland.

REUTERS
Dieser begrenzt die Nukleararsenale beider Länder auf je 800 Trägersysteme und je 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe.

Dieser begrenzt die Nukleararsenale beider Länder auf je 800 Trägersysteme und je 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe.

OL-H, AFPAA

Darum gehts

  • Die Kommunikation zwischen den USA und Russland werde immer schwieriger, sagt Lawrow.

  • Die Gefahr eines Atomkriegs sei real und ernstzunehmend.

  • Er verglich die jetzige Situation mit der Kubakrise.

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow zufolge besteht aktuell eine reale Gefahr eines dritten Weltkriegs. «Die Gefahr ist ernst, sie ist real, sie darf nicht unterschätzt werden», sagte Lawrow in einem Interview im russischen Fernsehen, das das Aussenministerium am Montagabend in seinem Telegram-Kanal teilte.

Fronten waren geklärt

Auf einen Vergleich der aktuellen Situation mit der Zeit der Kubakrise angesprochen, sagte Lawrow, dass es «damals tatsächlich nur wenige Regeln gab, geschriebene Regeln». Aber die «Verhaltensregeln» seien ziemlich klar gewesen – in Moskau sei klar gewesen, wie sich Washington verhalte, und Washington sei klar gewesen, wie sich Moskau verhalte. Auch heute gebe es wenige Regeln, sagte Lawrow weiter und verwies auf den atomaren Abrüstungsvertrag New Start. Aber «gleichzeitig sind alle anderen Instrumente der Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung praktisch zerstört».

Während der Kubakrise habe es zudem einen Kommunikationskanal gegeben, dem die Führer der Sowjetunion und der USA vertrauten. Heute gebe es keinen derartigen Kanal und niemand versuche, ihn zu schaffen.

John F. Kennedy vs. Nikita Chruschtschow

In der Kubakrise 1962 standen die USA und die Sowjetunion kurz vor einem Atomkrieg. Dieser konnte am Abend des 27. Oktober 1962 abgewendet werden. Damals bat der amtierende Präsident John F. Kennedy seinen Bruder Robert, dem sowjetischen Botschafter Anatoli Dobrynin ein Angebot zu unterbreiten: Die USA würden nicht auf Kuba intervenieren, wenn Chruschtschow die Raketen abzöge.

Das Projekt New Start, der Vertrag über die strategische atomare Abrüstung, ist das einzige verbliebene grosse Abkommen zur Rüstungskontrolle der USA mit Russland. Dieser begrenzt die Nukleararsenale beider Länder auf je 800 Trägersysteme und je 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe.

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

(DPA/pco)

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