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Fünf AngriffeSerie von Säure-Attacken schockiert London

Zwei Männer auf Töffli haben die britische Hauptstadt in Angst und Schrecken versetzt. Ihre Waffe: ätzende Säure.

von
mlr

Die beiden Täter haben am späten Donnerstagabend binnen 90 Minuten auf mehreren Strassen fünf Menschen angegriffen und ihnen Säure ins Gesicht gesprüht. Die Mofas, auf denen sie unterwegs waren, hatten sie offenbar gestohlen.

Laut Metropolitan Police hat eines der Opfer «lebensverändernde Verletzungen» erlitten. Wie der «Independent» schreibt, ereignete sich der erste Angriff im Osten der Stadt gegen 22.25 Uhr (Ortszeit). Zwei Männer schütteten einem Töffli-Fahrer auf der Hackney Road Säure ins Gesicht, einer der Täter schnappte sich das Fahrzeug und flüchtete. Das 32-jährige Opfer liegt im Spital.

Polizei sucht Zeugen

Rund 20 Minuten später kam es zur nächsten Attacke, rund vier Kilometer vom ersten Tatort entfernt. Auch dieses Mal wurde das Opfer mit ätzender Flüssigkeit benetzt und musste in eine Klinik eingeliefert werden. Weitere 15 Minuten später schlugen die beiden Täter etwa fünf Kilometer weiter südlich erneut zu und gegen 23.20 Uhr verletzten sie ein viertes Opfer mit der Säure so schwer, dass dieses schwerste Gesichtsverletzungen davontrug.

Der fünfte und letzte Angriff wurde der Polizei um 23.37 Uhr im Nordosten Londons gemeldet, fast zehn Kilometer vom letzten Tatort entfernt. Dieses Mal hatten die Täter es wieder auf einen Mofa-Fahrer abgesehen, dem sie das Töffli stahlen.

Die Londoner Polizei sucht Zeugen der Vorfälle. Noch am Abend sollen die Beamten einen Teenager (16) wegen des Verdachts auf Raub und schwere Körperverletzung festgenommen haben. Ob es sich dabei um einen der Täter handelt und wo sich der zweite Mann aufhält, ist noch unklar. Das Motiv des Täter-Duos ist ebenfalls noch Gegenstand der Ermittlungen.

«Sie schütteten Wasser über seinen Kopf»

Eine Zeugin der ersten Attacke beobachtete vom Balkon ihrer Wohnung aus den Polizei-Einsatz. «Ich sah einen Mann auf meiner Türschwelle», zitiert der «Guardian» die Anwohnerin Sarah Cobbold (29). «Die Polizei hatte den Gehsteig abgesperrt, und sie schütteten riesige Fünf-Liter-Kanister voll Wasser über seinen Kopf.» Zehn bis 15 Minuten später sei der Mann ohne fremde Hilfe in die Ambulanz eingestiegen.

Erst im Juni hatte eine Säure-Attacke für Aufsehen in London gesorgt. Damals waren eine 21-jährige Frau und ihr Cousin im Osten Londons an ihrer Geburtstagsfeier mit ätzender Flüssigkeit übergossen worden. Im April waren in einem Londoner Nachtclub zwölf Menschen durch Säure verletzt worden.

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