Aktualisiert 31.01.2012 14:03

Die Liga stellt fest

«Servette ist nicht gleich Xamax»

Kaum ist Xamax beerdigt, sorgt mit Servette bereits der nächste Super-Ligist mit Geldsorgen für Aufsehen. Die Liga ist alarmiert, will aber nicht, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht.

von
mon
Liga-CEO Claudius Schäfer (r.) will Servette nicht mit Xamax vergleichen. (Bilder: Keystone/AP)

Liga-CEO Claudius Schäfer (r.) will Servette nicht mit Xamax vergleichen. (Bilder: Keystone/AP)

Servettes iranischer Präsident Majid Pishyar schlägt Alarm. Sollte der Verein nicht rasch lokale Unterstützung bekommen, so werde er sein Engagement für den Super-League-Verein reduzieren. Bereits stehen die Genfer mit 100 000 Franken bei den Strom- und Wasserwerken in der Kreide. Ausserdem sorgte Servette zuletzt mit Verzögerungen bei der Auszahlung von Gehältern für Aufsehen.

Beim Lesen solcher Schlagzeilen schrillen alle Alarmglocken. Schliesslich ist es erst wenige Tage her, dass die Swiss Football League Xamax nach finanziellen Turbulenzen und zahlreichen Verstössen gegen Auflagen die Lizenz entzog - und der ASL-Verein schliesslich die Bilanz deponierte. Ist es mit Servette auch schon bald soweit? Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League, beruhigt gegenüber der «Tribune de Genève». Man dürfe die Fälle von Xamax und Servette nicht verwechseln. «Die Genfer haben unter Majid Pishyar ihre Lizenz einmal in zweiter Instanz erhalten und zwar unter strengen Auflagen, die eingehalten wurden», so Schäfer. In der Folge habe man Servette die Lizenz zweimal in erster Instanz erteilt.

Liga verlangt Klärung der finanziellen Lage

«Allerdings ist es wahr, dass wir in letzter Zeit Dinge gehört haben, die uns beunruhigen. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit unseren Experten von Ernst & Young einen Brief an Servette geschickt, in welchem wir eine Klärung der finanziellen Lage des Vereins verlangen sowie verschiedene offizielle Belege.» Das sei nicht das erste Mal, dass die Liga ein solches Vorgehen beschlossen habe. Schäfer: «Das gab es auch schon bei GC oder St. Gallen. Aber wir wollen Klarheit.»

Gemäss dem Liga-Boss haben die Genfer nun 20 bis 30 Tage Zeit, um die Karten offenzulegen. Dazu gehört auch der Nachweis für die monatliche Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge. Ausserdem müsse Servette erklären, weshalb der Dezember-Lohn von elf Trainern und Angestellten erst am vergangenen Freitag ausbezahlt wurde und warum zwei Angestellte ihren Lohn für den gleichen Monat noch nicht erhalten haben. Kommt der Klub der Aufforderung nicht nach oder sind die eingereichten Unterlagen nicht vollständig, muss die Disziplinarkommission der Liga einschreiten - wie dies bei Xamax mehrfach der Fall war. Servette befindet sich also noch länger nicht an derselben Stelle wie die Neuenburger.

Rettung für den Neuenburger Fussball-Nachwuchs in Sicht

Nach dem Konkurs von Neuchâtel-Xamax soll in den nächsten Tagen die «Fondation Gilbert Facchinetti pour la promotion du football élitaire» gegründet werden. Diese wird gemäss «sharkfoot.fr» dafür sorgen, dass der Xamax-Nachwuchs künftig unabhängig von der ersten Mannschaft sein wird. Laut dem Bericht ist die Stiftung bereit, um aus der Taufe gehoben zu werden. Die anfängliche Finanzierung sei gesichert. Hinter dem Projekt steckt eine Arbeitsgruppe, die das Ziel verfolgt, die Nachwuchsbewegung von Xamax zu retten, sowie die «Groupe de Sept» rund um Gilbert Facchinetti, Michel Favre, Walter Gagg & Co.

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