Servette schafft das Break
Aktualisiert

Servette schafft das Break

Genève-Servette führt im Playoff-Final mit 2:0 Siegen. Die Genfer schafften mit einem 4:2-Sieg bei den ZSC Lions auf Anhieb das Break in der Serie.
Jean-Pierre Vigier sorgte fünf Minuten vor Spielende für den Genfer Gamewinner.

Laurent Meunier, der im ersten Finalspiel bereits das Siegtor für die Romands erzielt hatte, stellte zu Beginn der Schlussminute mit einem Schuss ins leere Tor das Endresultat her. Davor hatten die ZSC Lions einen frühen Rückstand (0:2 nach neun Minuten) ausgleichen können.

Beat Forster verkürzte in der 18. Minute nach einem Doppelpass mit Jan Alston und viel Durchsetzungswillen. Zur Spielmitte sorgte dann ein gewohnter Energie-Anfall von Alexej Krutow für den Ausgleichstreffer.

Genève-Servette hatte den besseren Start in die Partie. Die Toplinie um den Kanadier Serge Aubin sorgte für einen 2:0-Vorsprung nach neun Minuten. Florian Conz und Aubin erzielten die Treffer.

Wilder ZSC-Sturmlauf und Genfer Happy-End

Der ZSC ist im Playoff-Final gegen Genève-Servette 0:2 in Rückstand geraten. Im eigenen Stadion unterlagen die Lions 2:4. Die entscheidenden Treffer durch Vigier und Meunier handelten sich die Zürcher in den letzten fünf Minuten ein.

Als die Gastgeber im Rausch der Kurswende - vom 0:2 zum 2:2 - zum ersten Sieg in dieser finalen Serie stürmen wollten, setzten die Grenats zum Konter an. Dass Jean-Pierre Vigier den Puck mit dem Schlittschuh an Sulander vorbeilenkte, verstärkte den Zürcher Frust. Der erste Titelgewinn ist für die Servettiens damit frühzeitig in Sichtweite gerückt. In der eigenen Halle haben sie in dieser Playoff-Saison siebenmal in Serie gewonnen. Eine Trendwende ist nicht absehbar.

In einer packenden Periode mit Wildwest-Szenen an allen Fronten hatten die Lions bis zur «Halbzeit» den Ausgleich erzwungen. Dass ausgerechnet Alexej Krutow mit dem vierten Playoff-Tor der Ausgleich gelang, passte ins Bild. Der Lizenz-Schweizer und «Vor- Checker» verschonte weder sich noch die Genfer vor blauen Flecken. Krutow bekämpfte seine Kontrahenten mit einer Intensität, als stamme er von einem NHL-Haudegen ab und nicht von Wladimir, dem ehemaligen Chef-Techniker des russischen Superblocks.

Das Publikum im Hallenstadion bekam vor allem im Mitteldrittel einen offenen Schlagabtausch zweier Highspeed-Teams zu sehen, die keinen Zweikampf vermieden. Eine Linie war zwar nicht mehr erkennbar, aber die Emotionen zogen die über 10 000 Zuschauer fast ausnahmslos in den Bann. Das Tor Vigiers verdarb dem Gros die gute Laune, raubte den Lions den Schwung. In den verbleibenden fünf Minuten fehlte die Kraft zur zweiten Reaktion. Stattdessen demütigte Meunier, der Siegtorschütze der ersten Partie, den ZSC mit seinem Schuss ins leere Tor endgültig.

0:2-Handicap nach neun Minuten

Bereits in den ersten neun Minuten manövrierten sich die unerklärlich apathischen Lions in jene heikle Lage, die sie eigentlich unter allen Umständen vermeiden wollten. Genf-Servette führte ohne übertriebenen Aufwand 2:0. Florian Conz schob einen Querpass Aubins unbedrängt zur Führung über die Torlinie. Zwei Pässe genügten, um die gesamte Zürcher Defensive lahmzulegen. Das zweite Tor produzierten die selben Protagonisten - mit vertauschten Rollen. Conz bereitete vor, Aubin sorgte für den Vollzug.

Der ZSC wirkte in der besten Genfer Phase hilf- und vor allem orientierungslos. Im Angriff fehlte die Präzision, in der eigenen Zone die Abstimmung. Die Absenz des kranken Blindenbacher blieb im missratenen Startdrittel nicht ohne Folgen. Kreis nahm wegen des Forfaits des Internationalen gleich bei zwei (eingespielten) Back- Paaren Änderungen vor. Die (Not-Massnahmen) waren in diversen Szenen spürbar.

Forsters Auftritte

Als wolle er die Startschwierigkeiten der Defensive im Alleingang korrigieren, schüttelte Beat Forster während seiner Fahrt über die halbe Eisfläche alle Gegner ab. Auf Höhe der blauen Linie übernahm der Offensiv-Verteidiger die Scheibe und wuchtete sie via Goalie Mona zum 1:2 ins Tor. Forster, seit Monaten eine unumstritttene Leaderfigur der Zürcher, lieferte mit seinem Rush den massgebenden Beitrag zur Initialzündung.

Forster trieb aber nicht nur die Gäste an den Rand zur Überforderung. Nach einer harten Charge und dem ausgebliebenen Pfiff des sehr grosszügigen Referees Mandioni tobte der Ostschweizer minutenlang. Selbst ZSC-Trainerassistent vermochte Forster kaum mehr zu beruhigen. Und die Auszeichnung zum besten Zürcher Spieler wird Forsters Frust kaum geschmälert haben.

Playoff-Final, 2. Runde

ZSC Lions - Servette 2:4 (1:2,1:0,0:2)

Hallenstadion. - 10 298 Zuschauer. - SR Mandioni, Simmen/Sommer.

Tore: 5. Conz (Aubin, Kolnik) 0:1. 9. Aubin (Conz, Kolnik) 0:2. 18. Forster (Alston) 1:2. 30. Krutow (Lachmatow, Gloor) 2:2. 55. Vigier (Meunier) 2:3. 60. (59:00) Meunier (Kolnik) 2:4 (ins leere Tor).

Strafen: je 3mal 2 Minuten.

ZSC Lions: Sulander; Seger, Suchy; Leeger, Forster; Stoffel, Schnyder; Sejna, Wichser, Gardner; Alston, Pittis, Monnet; Bastl, Grauwiler, Murovic; Krutow, Gloor, Lachmatow.

Genève-Servette: Mona; Mercier, Bezina; Gobbi, Keller; Höhener, Breitbach; Schilt; Conz, Aubin, Kolnik; Vigier, Meunier, Fedulow; Lussy, Trachsler, Déruns; Rivera, Augsburger, Jérôme Bonnet.

Bemerkungen: ZSC ohne Blindenbacher (krank), Pavlikovsky (überzähliger Ausländer), Genève-Servette ohne Savary, Cadieux (beide verletzt), Law (überzähliger Ausländer). 23. Augsburger verletzt ausgeschieden. 58:05 Timeout der ZSC Lions. Powerplay- Statistik: ZSC 0/3, Genf 0/3).

LIVE-TICKER

60. Schlusspfiff. Servette zeigte eine reife Leistung im Hallenstadion und geht als verdienter Sieger zurück an den Lac Léman.

60. Tor für Servette! Meunier trifft ins leere Tor, Alston hat die Scheibe vertendelt - 2:4, das wars für die Lions, die jetzt in der Serie mit 0:2 zurückliegen und am Donnerstag nach Genf müssen.

59. Sulander noch immer im Tor der Lions, Kreis wartet noch ab.

57. Die Lions müssen jetzt alles riskieren, das verschafft den Genfern zusätzlich Platz für gefährliche Konter.

55. Tor für Servette! Forster wird überlaufen, Vigier vollendet zum 2:3.

52. Die Spannung steigt, die Fans unterstützen die Cracks auf dem Eis jetzt ununterbrochen, treiben die Lions voran und hoffen auf das erlösende dritte Tor.

48. Die Lions spielen nicht mehr mit dem gleichen Druck wie im Mittelabschnitt, den Servettiens bleibt wieder mehr Raum fürs Offensivspiel.

46. Pittis, Monnet und Alston bringen die Scheibe vor Mona nicht unter Kontrolle, Chance dahin für die Lions.

45. Das Eis vor Servette-Mona muss kurz geflickt werden, kleine Verschnaufpause für die Spieler.

44. Diese Überzahl wurde von den Lions beinahe hergeschenkt, ein einziger Schuss aufs Tor von Mona.

42. Strafe gegen die Lions, Gardner liegt im Tor der Genfer, Breitbach kassiert die 2 Minuten.

41. Anpfiff zum 3. Drittel. Jetzt kann jeder Fehler entscheidend sein, die Trainer werden ihre Spieler entsprechend darauf eingestellt haben.

40. Drittelspause, der Mittelabschnitt geht klar an die Lions, die Checks wurden rigoros durchgezogen, Servette kann der physischen Präsenz der Zürcher noch nicht ganz entgegenhalten. Alles offen für 3. Drittel.

38. Strafe gegen Servette, Aubin muss für 2 Minuten auf die Strafbank.

34. Der Ausgleich hat die Zürcher beflügelt, auch körperlich geben die Lions weiterhin klar den Tarif an.

30. Tor für die Lions! Krutov macht Druck vor dem Servette-Tor und schiesst den Puck an Mona vorbei zum vielumjubelten 2:2 Ausgleich.

27. Vigier bricht durch, aber Sulander kann im letzten Moment noch retten, die Fans sind jetzt endgültig erwacht.

26. Forster wieder zurück auf dem Eis. Sejna und Gardner sorgen sofort für Unruhe vor Mona, aber der Ausgleich lässt noch auf sich warten.

24. Strafe gegen die Lions, Beat Forster hat Derungs mit dem Stock niedergestreckt.

24. Ein Genfer liegt auf dem Eis, Augsburger muss raus und in der Kabine gepflegt werden.

23. Nach wie vor ist es ziemlich ruhig in der Halle, aber kaum greifen die Lions mal beherzt an, sind auch die Fans wieder da.

21. Das Mitteldrittel beginnt, die Lions noch eine knappe Minute in Unterzahl. Gardner bleibt bei seinem Konter an Mona hängen. Wichser wieder zurück, die Lions wieder komplett.

20. Drittelspause. Verdiente Genfer Führung nach dem 1. Drittel, Servette kompakter und zweikampstärker, die Lions müssen noch einen Gang höher schalten, um die defensiv starken und offensiv gefährlichen Genfer in Bedrängnis zu bringen.

19. Strafe gegen die Lions, Wichser kassiert 2 Minuten.

19. Tor für die Lions! Forster nimmt Anlauf und ist von keinem zu bremsen - 1:2, die Lions sind wieder im Spiel.

18. Die Stimmung bei den Fans ist auch ziemlich auf dem Nullpunkt, das Drittel scheint bereits abgeschrieben.

16. Die Intensität hat mittlerweile etwas abgenommen, die Genfer haben den Zürchern den Schneid abgekauft.

13. Die Lions tun sich schwer mit dem Spielaufbau, die Genfer stehen sehr kompakt in der eigenen Zone.

9. Strafe gegen Servette, Mercier muss auf die Bank. Aber das Boxplay der Genfer funktioniert bestens, kein schneller Anschlusstreffer für die Lions.

9. Tor für Servette! Bullygewinn von Aubin, Kolnik bringt die Scheibe vors Tor, Aubin ist zur Stelle und schiesst zum 0:2 ein.

6. Strafe gegen die Zürcher, Forster kassiert 2 Minuten. Die Lions überstehen diese Unterzahl aber problemlos.

5. Tor für Servette! Herrliche Kombination mit Kolnik über Aubin und Conz, der quasi ins leere Tor schieben kann. Klassisch ausgespielt!

5. Beide Teams spielen von Beginn weg konzentriert und wollen um keinen Preis eine Strafe riskieren.

3. Die ZSC Lions erzeugen erwartungsgemäss viel Druck, Servette bei den seltenene Vorstössen aber brandgefährlich, Sulander muss eingreifen.

2. Forster mit dem ersten Warnschuss für Servette-Hüter Mona.

1. Anpfiff zum 1. Drittel, Schiedsrichter Mandioni gibt den Puck frei.

- Die Spieler der Lions kommen aufs Eis, die Genfer sind bereit.

- Die ZSC Lions müssen heute auf den erkrankten Blindenbacher verzichten.

20minuten.ch berichtet ab 19.45 Uhr live von der Partie ZSC Lions - Servette Genf.

Vor dem Spiel

Fünf von sieben Treffern im ersten Finalduell fielen in Überzahl. Kein Wunder führt gemäss dem Zürcher Mathias Seger («Wir dürfen nicht so viele Strafen kassieren») und Servettes Laurent Meunier («Die Special-Teams sind sehr wichtig») der Weg zum Erfolg über ein gutes Power- respektive Boxplay.

Dass ein knappes Duell im Hallenstadion wird, zeigt auch die Statistik. Die saisonübergreifend letzten sieben Partien wurden nur durch einen Treffer Unterschied entschieden.

Servette hat gute Erinnerungen an das zweite Spiel der Serie. In den Halbfinals konnten die Adler mit dem Sieg in Fribourg ihre Serie vorentscheiden. Doch die Zürcher präsentierten sich zuletzt heimstark. Die letzte Niederlage datiert vom 6. März gegen Kloten. In ihrer Halbfinal-Serie gegen Davos konnten die Löwen den noch amtierenden Meister dreimal bezwingen.

(fox)

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