Playoffs: Servette und Bern gewinnen
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PlayoffsServette und Bern gewinnen

In der dritten Runde der Playoff-Halbfinals trennen sich Bern und Kloten 3:2 und Servette und Zug 6:3. Bern steht damit mit einem Bein im Final.

von
tog

Der dritte Sieg war aus Berner Sicht der bislang am härtesten erkämpfte. Dank einem starken ersten Drittel mit einem Weitschuss von Dominic Meier sowie zwei Powerplay-Treffern von Roman Josi und Martin Plüss ebneten dem SCB den siebten Playoff-Sieg in Serie. Den ersten Matchpuck zum ersten Finaleinzug seit 2007 besitzen die Berner am Donnerstag in Kloten.

Die Flyers vermochten trotz der bislang besten Leistung in dieser Serie nicht zu reüssieren und stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Im Gegensatz zu den Partien davor bewiesen sie immerhin Kämpferqualitäten. Und Torhüter Ronnie Rüeger erwischte den wesentlich besseren Abend als drei Tage davor. Dass die Klotener allerdings noch eine Wende in dieser Serie herbeiführen können, scheint anhand des sattelfesten SCB kaum mehr möglich.

Das erste Drittel war beinahe eine Kopie des Startabschnitts vom Samstag in Kloten. Die Zürcher führten zu Beginn die etwas feinere Klinge und gingen im Powerplay (durch Mark Bell) in Führung. Bern reagierte und bog bereits vor der ersten Pause auf die Siegstrasse ein. Der Unterschied zum zweiten Spiel: Statt 2:1 führte der SCB nach drei Weitschuss-Treffern nach 20 Minuten 3:1.

Im Gegensatz zum Spiel davor konnte der SCB aber nicht davon ziehen. Und Kloten begann je länger die Partie dauerte, umso mehr an sich zu glauben. Und weil sie die Anzahl Strafen im Vergleich zum ersten Drittel reduzierten, vermochten sich die Zürcher mit ihrem Tempospiel immer mehr durchzusetzen. Der verdiente Anschlusstreffer durch Kimmo Rintanen (34.) war die Folge davon. Bern und seine Abwehr um Goalie Marco Bührer liess aber keinen weiteren Gegentreffer mehr zu und rettete den Vorsprung über die Zeit.

Servette legt wieder vor

Der Genève-Servette HC legte einen starken ersten Abschnitt aufs Eis, führte nach siebeneinhalb Minuten und nur drei Torschüssen 2:0, machte es danach aber enorm spannend. Im zweiten Abschnitt drohte den Genfern die Partie sogar zu entgleiten. Innerhalb von 16 Minuten erzielte der EV Zug - dank grosszügiger Genfer Unterstützung - drei Tore hintereinander. Beim 2:1 durch Dale McTavish liessen sich die Genfer in Unterzahl auskontern, das 2:2 entsprang einem gewaltigen Blackout von Marek Malik.

Das Ausgleichsgoal zum 2:2 war in mancherlei Hinsicht ein bemerkenswerter Treffer. Gutgeschrieben wurde es Fabian Lüthi, der den Puck aus der neutralen Zone hinter das Genfer Tor spediert hatte. Servette-Back Marek Malik übernahm dort die Scheibe, kurvte vors Gehäuse, entschloss sich zu einem unsinnigen Querpass durch den Torraum, traf dabei den Schlittschuh des eigenen Goalies und so ins eigene Tor. Daraufhin verlor Servette kurz komplett den Faden, so dass nach 38 Minuten (und dem 3:2 durch Janick Steinmann) erstmals in der Serie das Gastteam in Führung lag.

Entscheidend in Spiel 3 war, dass Servette den Rückstand gleich im Gegenzug ausgleichen konnte. Marco Maurer, nächste Saison in Genf nicht mehr erwünscht (dafür in Rapperswil-Jona), realisierte nur 23 Sekunden nach dem 2:3 den neuerlichen Ausgleich. Kämpfer Maurer setzte sich im Slot gegen die Zuger Verteidiger durch und bezwang Jussi Markkanen.

Maurer avancierte zum Matchwinner. Nebst dem Ausgleichstor gelang ihm acht Minuten vor Schluss auch das siegsichernde 5:3 - wieder setzte er sich erfolgreich unmittelbar vor dem Torraum gegen die Gegnerschaft durch. Zuvor hatte Jeff Toms mit einem Powerplay- Tor Servette nach 58 Sekunden des Schlussabschnitts wieder in Führung gebracht. Den Schlusspunkt setzte 53 Sekunden vor Schluss der Genfer Topskorer Tony Salmelainen mit dem 6:3 ins leere Tor.

Das Team von Chris McSorley trat in Spiel 3 wieder mit allen vier Ausländern an, nachdem am Samstag in Zug Juraj Kolnik das ganze Spiel und Salmelainen gut 30 Minuten gefehlt hatten. Salmelainen machte schon im ersten Abschnitt klar, dass die Bauchmuskelprobleme ihn nicht gross behindern. Beim 2:0 überspurtete der Schwede Zug-Verteidiger Jannick Blaser wie Usain Bolt einen Schulbuben.

Bern - Kloten 3:2 (3:1, 0:1, 0:0); Stand 3:0.

PostFinance-Arena. - 17 011 Zuschauer. - SR Kurmann/Massy, Arm/Küng

Tore: 9. Bell (Du Bois, Santala/Ausschluss Froidevaux) 0:1. 13. Dominic Meier (Tristan Scherwey, Dubé) 1:1. 16. Josi (Hänni, Pascal Berger/Ausschlüsse Jenni, Winkler) 2:1. 19. Martin Plüss (Rüthemann, Vigier/Ausschluss Jenni) 3:1. 34. Rintanen (Kellenberger, Stancescu) 3:2

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 7mal 2 Minuten gegen Kloten Flyers. - PostFinance-Topskorer: Rüthemann; Santala.

Bern: Bührer; Roche, Philippe Furrer; Beat Gerber, Josi; Stettler, Hänni; Dominic Meier; Vigier, McLean, Reichert; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Tristan Scherwey, Dubé, Gamache; Pascal Berger, Froidevaux, Ziegler.

Kloten Flyers: Rüeger; Winkler, Forrest; Du Bois, Julien Bonnet; von Gunten, Schulthess; Sidler; Wick, Santala, Rintanen; Jenni, Liniger, Bell; Sven Lindemann, Bodenmann, Hollenstein; Stancescu, Kellenberger, Rothen.

Bemerkungen: Bern ohne Goren, Jobin (beide verletzt), Rytz, Chatelain, Daniel Meier und Roland Gerber (alle überzählig), Kloten Flyers ohne Hamr, Welti (beide verletzt), Yves Müller und Zeiter (beide überzählig). - Timeout Kloten Flyers (59:25). Kloten Flyers von 59:14 bis 59:56 ohne Torhüter.

Servette - Zug 6:3 (2:0, 1:3, 3:0); Stand 2:1.

Les Vernets. - 7202 Zuschauer (ausverkauft. - SR Mandioni/Rochette, Fluri/Müller

Tore: 4. Goran Bezina (Déruns, Savary/Strafe angezeigt) 1:0. 8. Salmelainen (Déruns, Malik) 2:0. 23. McTavish (Holden/Ausschluss Malik) 2:1. 33. Fabian Lüthi 2:2 (Eigentor Malik). 39. (38:10) Steinmann (Diaz, Di Pietro) 2:3. 39. (38:33) Maurer (Hürlimann) 3:3. 41. (40:58) Toms (Malik/Ausschluss Dupont) 4:3. 52. Maurer (Florian Conz) 5:3. 60. (59:07) Salmelainen (Déruns) 6:3 (ins leere Tor)

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 7mal 2 Minuten gegen Zug

PostFinance-Topskorer: Salmelainen; Holden.

Genève-Servette: Tobias Stephan; Gobbi, Jonathan Mercier; Vukovic, Malik; Höhener, Breitbach; Goran Bezina; Déruns, Savary, Salmelainen; Toms, Rubin, Kolnik; Rivera, Trachsler, Suri; Maurer, Hürlimann, Florian Conz; Pivron.

Zug: Markkanen; Diaz, Patrick Fischer II; Dupont, Oppliger; Yannick Blaser, Snell; Schefer; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Christen, Rüfenacht, McTavish; Kress, Duri Camichel, Corsin Camichel; Steinmann, Di Pietro, Fabian Lüthi; Bodemann.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Cadieux (verletzt), Zug ohne Boumedienne (überzähliger Ausländer). - Pfostenschuss Duri Camichel (19.). - Timeouts: Genève-Servette (57.); Zug (59.).

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