Nach acht Jahren: Servettes Rückkehr nach Europa
Aktualisiert

Nach acht JahrenServettes Rückkehr nach Europa

Erstmals seit acht Jahren tritt Servette wieder zu einem Europacup-Spiel an. Auch YB steht in der 2. Runde der Europa-League-Qualifikation im Einsatz.

Der weitgehend unbekannte Widersacher Servettes eliminierte in der 1. Runde die Amateure von Streymur dank einem 2:0-Heimsieg im Rückspiel, nachdem das Hinspiel auf den Färöer-Inseln 1:3 verloren gegangen war. Deshalb fordert Servette-Trainer João Alves einen klaren Heimsieg ohne Gegentreffer, «sonst könnte es im Rückspiel in Armenien schwierig und unangenehm werden.»

Wie bereits zum Meisterschaftsauftakt gegen Basel (0:1) am letzten Freitag muss der Portugiese auch gegen den Tabellenfünften aus Armenien, der seit vier Spielen in der Meisterschaft nicht mehr gewonnen hat, auf Patrik Baumann, Issaga Diallo, Julian Esteban, Genserix Kusunga und Christopher Routis verzichten. Ebenfalls nicht mit dabei sind Ludovic Paratte und der noch nicht spielberechtigte Simone Grippo.

Probleme in der Offensive

Um den Fans im Stade de Genève das erhoffte Spektakel zu bieten, müssen sich die Genfer aber in der Offensive massiv steigern. Gegen Basel zeigten zwar vor allem die neu verpflichteten Flügelspieler Steven Lang und Geoffrey Tréand gute Ansätze. Die einzige Sturmspitze Goran Karanovic war aber zu isoliert. Gegen den deutlich schwächer einzustufenden Gegner aus Armenien dürfte Alves deswegen auf eine wesentlich offensiver ausgerichtete Formation setzen.

Für den Traditionsverein aus Genf ist es der erste internationale Einsatz seit der Saison 2004/2005, als er gegen Ujpest Budapest in der 2. Qualifikationsrunde ohne Chance blieb. Nun soll wieder an glorreichere Zeiten angeknüpft werden. Das letzte grosse Ausrufezeichen in Europa hatte Servette, das in den Siebziger- und Achtzigerjahren regelmässig im Europacup agierte, nach der Jahrtausendwende im Uefa-Cup unter Lucien Favre gesetzt, als Real Saragossa und Hertha Berlin eliminiert wurden und man erst in den Achtelfinals gegen Valencia ausschied. Nun hoffen die Verantwortlichen auf ein Weiterkommen und ähnlich attraktive Gegner wie damals, damit das neuerliche Europacup-Abenteuer sportlich und finanziell als Erfolg verbucht werden kann.

YB will in die Gruppenphase

Die europäische Zielsetzung der Young Boys ist klar: die Qualifikation für die Gruppenphase. Diese hatten die Berner im letzten Herbst mit der Niederlage in den Playoffs gegen Sporting Braga knapp verpasst. Nun sind die Chancen intakt, zum zweiten Mal die Gruppenspiele wieder zu erreichen. Die Berner wären auch in der 3. Qualifikationsrunde und in den Playoffs gesetzt.

Zimbru Chisinau gehört nicht in die Kategorie europäischer Schwergewichte. Die Moldawier setzten sich in der 1. Runde nach einem 0:0 im Hinspiel gegen Bangor aus Wales zuhause 2:1 durch, wobei Stürmer Oleg Molla beide Tore schoss. YB-Trainer Rueda erwartet einen defensiv eingestellten Gegner, der in einem 4-4-2-System antritt. «Wir müssen sie hoch angreifen, früh unter Druck setzen und uns so Torchancen erarbeiten.»

Für Zimbru Chisinau ist der heutige Auftritt im Stade de Suisse das 55. Europacup-Spiel. Seit der Loslösung von der Sowjetunion gewann der 1947 gegründete Klub acht Mal den moldawischen Meistertitel, nach der Jahrtausendwende wurde er aber von Sheriff Tiraspol als Nummer 1 des Landes abgelöst. Die letzte Saison beendete Zimbru im 3. Rang, 20 Punkte hinter dem Serienmeister Sheriff und hinter Stadtrivale Dacia. In die neue Meisterschaft startete Zimbru am Wochenende mit einem 1:1 gegen Speranta. (si)

Deine Meinung